Freitag, 05. Juni 2020

Erste ausländische Touristen urlauben in Italien

Nachdem Italien seit Mittwoch Ausländern erlaubt, ohne 2-wöchige Quarantäne ins Land einzureisen, sind seit Ausbruch der Coronavirus-Epidemie erstmals wieder Touristen in den italienischen Kunststädten sowie an den Stränden des Landes zu sehen. Trotz schlechten Wetters wagten sich österreichische und deutsche Urlauber auf die Strände Friauls und Venetiens.

Venedig ist derzeit so leer wie es wohl nie wieder sein wird.
Venedig ist derzeit so leer wie es wohl nie wieder sein wird. - Foto: © APA (AFP) / ANDREA PATTARO
Die venezianische Tageszeitung „Il Gazzettino“ fotografierte ein Salzburger Ehepaar, das seit 35 Jahren in der Badeortschaft Cavallino-Treporti bei Venedig urlaubt. Das Paar im Alter von 62 und 65 Jahren bezog gleichzeitig mit einer Gruppe aus rund 100 deutschen Touristen seinen Bungalow auf einem Campingplatz.

„An der Grenze hat man uns nicht kontrolliert. Die österreichische Regierung rät von der Reise nach Italien ab, doch sie verbietet es nicht. Wir werden jedenfalls den ganzen Sommer hier verbringen“, berichtete das Paar.

118.000 Jobs für Saisonarbeiter verloren gegangen

Im Mai, als noch keine Reisemöglichkeiten in Italien bestanden, waren rund 40 Prozent der italienischen Hotels offen. 26 Prozent bleiben auch im Juni geschlossen, teilte der italienische Hotelierverbands Federalberghi mit. Allein im Mai seien 118.000 Jobs für Saisonarbeiter im Tourismusbereich verloren gegangen. Erst im August sollten rund 78 Prozent aller Hotels in Italien wieder offen sein, schätzt der Verband.

Einmaliges Venedig und erste Touristen in Südtirol

Inzwischen wird auch Venedig wieder von einigen ausländischen Urlaubern besucht. „In diesen Tagen kann man ein einmaliges Venedig bewundern. Besucher haben sozusagen die Möglichkeit, ein Freilichtmuseum zu bewundern“, sagte der Bürgermeister der Lagunenstadt, Luigi Brugnaro. Allerdings kämpften bereits 2 Touristen gegen die seltene Ruhe in der Lagunenstadt an: Sie wurden dabei gefilmt, wie sie im Canal Grande zum Spaß unter der Rialto Brücke durchschwimmen. Den Urlaubern droht eine saftige Strafe.

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Die friaulische Badeortschaft Lignano hofft mit einem besonders flexiblen Buchungssystem, ausländische Touristen zu gewinnen. Jesolo bei Venedig erklärte die ganze Meile entlang des Meeres zur Fußgängerzone. So können Restaurants und Bars mehr Sessel und Tische im Freien aufstellen. In Südtirol trafen ebenfalls erste Touristen ein, vor allem aus Bayern.

Tausende Polizisten in Rom

Auch der römische Stadtkern belebt sich wieder. Mehrere ausländische Touristen besuchten die große Raffael-Ausstellung anlässlich des 500. Todesjahres des Universalgenies. Jugendliche versammelten sich in den Stadtzentren vor den Pubs und Bars, die seit Montag wieder offen sind, dabei trugen sie meist keinen Atemschutz, auch die Abstandsregeln wurden nicht genau eingehalten. In Rom waren am Wochenende tausende Polizisten im Einsatz, die vor allem die beliebtesten Lokalviertel kontrollierten.

Italien hofft, dass ab dem 15. Juni wieder komplette Reisefreiheit in ganz Europa hergestellt ist. So macht die italienische Regierung Druck auf die Regierung in Wien für die Öffnung der Grenzen nach Italien. Nach Angaben des italienischen Außenministers Luigi Di Maio dürfen Ausländer, die aus Ländern außerhalb des EU-Raums stammen, aber auch nach dem 15. Juni nicht nach Italien reisen.

apa/stol

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