Der Polizeibeamte Marco Malerba hat vor einem Mailänder Ermittlungsrichter (GIP) ausgesagt, dass er illegal Daten gesammelt habe, die angeblich von seinem „Chef“, dem ehemaligen Finanzpolizisten Carmine Gallo, angefordert worden waren. Gallo, der unter Hausarrest steht, wird beschuldigt, einer der Anführer der Bande zu sein, die illegal Daten aus strategischen nationalen Datenbanken gesammelt hat. Er beteuerte vor dem Richter seine Unschuld. <BR /><BR />Er machte in seinen Erklärungen deutlich, dass er „immer das Gesetz respektiert“ habe und dies auch jetzt tun werde, indem er mit den Richtern kooperiere, da er immer „ein Diener des Staates“ gewesen sei. Gallo ist der Geschäftsführer der Privatdetektei Equalize, die im Mittelpunkt der Ermittlungen steht. Er wurde in den 90er-Jahren bekannt als „Superpolizist“, leitete erfolgreiche Operationen gegen die 'Ndrangheta in der Lombardei. Nun gilt er als Leiter der illegalen Aktionen, unternahm selbst Abhöraktionen.<h3> „Habe bemerkt, dass hinter diesem System etwas Obskures steckt“</h3> In der Zwischenzeit sagte der Hacker Massimiliano Camponovo, einer von 4 Personen, die im Rahmen der Untersuchung verhaftet wurden, dem Richter, dass er um seine Sicherheit und die seiner Familie fürchte. Er gab zu, im Namen der Bande Daten gesammelt und Dossier über Prominente erstellt zu haben. „Ich bin besorgt, ich habe gemerkt, dass hinter diesem System etwas Obskures steckt“, soll Camponovo bei der Vernehmung gesagt haben.<BR /><BR />Die umfangreichen Datensätze, darunter als geheim eingestufte Unterlagen, sollen möglicherweise auch ins Ausland verkauft worden sein. Die derart generierten Einnahmen summieren sich angeblich auf 3,1 Millionen Euro. Die Daten sollen auch dazu genutzt worden sein, politischen Druck auf die Betroffenen auszuüben.<h3>Meloni kündigt harte Strafen an</h3> Inzwischen hat Ministerpräsidentin Giorgia Meloni vorbildhafte Strafen für illoyale Beamte angekündigt, die sich ohne Erlaubnis Zugang zu strategischen Datenbanken sichern. „Wir werden hart gegen untreue Beamte vorgehen“, kündigte Meloni an.<BR /><BR /> „Unsere Datenbanken werden nicht von Außenstehenden gehackt, sondern von Staatsbediensteten, die sie eigentlich schützen sollten, aber ihre Macht dazu nutzen, etwas anderes mit den Daten zu machen. Wir müssen unerbittlich sein, auch bei denjenigen, die die Pflicht zur Aufsicht haben“, so die Regierungschefin.<BR /><BR /> „Es ist inakzeptabel ist, dass ein Beamter, der eine Datenbank schützen soll, dies nicht tut. Es ist aber ebenso inakzeptabel, dass sein Vorgesetzter nicht merkt, dass Hunderttausende von missbräuchlichen Zugriffen vorgenommen werden“, betonte Meloni. Die nationale Behörde für Cybersicherheit arbeite an einem Maßnahmenpaket zur Bekämpfung illegaler Zugänge zu strategischen Datenbanken, kündigte Meloni an.