„Solch hohe Temperaturen, nämlich 35 Grad und mehr, bereits im Juni waren bis zu den 80er Jahren extrem selten“, weiß der Fachmann. Doch mit der Klimaveränderung, so Schrott, treten Hitzewellen in den vergangenen 20 Jahren immer früher im Jahr auf. „Das bislang letzte Mal hatten wir im Jahr 2005 35 Grad und mehr in einem Juni, damals wurden in Bozen vom 18. bis 28. Juni sogar sechs Tage mehr als 35 Grad erreicht“, zeigt ihm ein Blick ins Archiv. Erste Tropennächte mit über 20 GradBereits jetzt sind die Nächte für einen Juni sehr warm, in Bozen sank am Dienstag und Mittwoch die Temperatur nicht mehr unter 20 Grad, „wir Meteorologen sprechen in diesem Fall von einer Tropennacht“, erklärt der Meteorologe. Schuld an der geringen nächtlichen Auskühlung seien die Wolken, die wie eine „Käseglocke“ die Tageswärme speicherten. Wüstenluft aus der Sahara bringt Hitze mitDie hohen Temperaturen bringt uns ein Tiefdruckwirbel, der heiße Wüstenluft aus der Sahara direkt zu den Alpen befördert. Sollten sich in Nordafrika in den nächsten Tagen Gewitter bilden und dadurch Sand aufgewirbelt werden, könnte dieser so einmal mehr bis nach Südtirol gelangen. „Der Wind wäre jedenfalls stark genug dazu“, sagt Schrott. Zwar erreicht die Hitzewelle am Freitag ihren Höhepunkt, das heißt, danach wird es etwas kühler. Doch die Temperaturen steigen auch am Wochenende auf über 30 Grad. Abkühlung ist also relativ. Dennoch, die ganz große Hitze ist dann erst einmal wieder vorbei. Denn es bilden sich Quellwolken und zumindest lokal Gewitter, so Schrott, der gleich noch eine Warnung hinterherschiebt: „In der aufgeheizten Luft ist auch Potential für Unwetter vorhanden.“Für die nächste – erste Ferien- – Woche sagt Daniel Schrott weiter heiße Temperaturen vorher: „Die Wetterlage ist ziemlich stabil, das bedeutet für uns in den Alpen, dass der Zustrom subtropischer Luft aus dem Norden Afrikas nächste Woche weitergeht.“ih