Samstag, 15. Februar 2020

Erster Corona-Toter in Europa

Aus zahlreichen europäischen Ländern sind in den vergangenen Wochen Fälle des neuartigen Coronavirus gemeldet worden. In Frankreich gibt es nun den ersten Corona-Toten Europas. Chinas Außenminister sieht derweil große Fortschritte bei der Eindämmung des Virus.

Der 80-jährige Tourist starb in Paris an der Viruserkrankung. - Foto: © AFP / GREG BAKER
Der 80-jährige chinesische Tourist sei in einer Pariser Klinik der durch den Erreger Sars-CoV-2 ausgelösten Lungenkrankheit erlegen, teilte die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn am Samstag mit.

Auf dem chinesischen Festland stieg die Zahl der Todesfälle nach offiziellen Angaben derweil auf 1523 – die Zahl der nachgewiesenen Erkrankungen liegt dort inzwischen bei 66.492. Das Coronavirus hat nun auch das erste Land Afrikas erreicht: In Ägypten wurde die Infektion bei einer 33 Jahre alten ausländischen Person nachgewiesen, wie die ägyptische Gesundheitsministerin Hala Said sagte, ohne weitere Angaben zur Identität zu machen. In Südostasien beendete die Sorge vor dem Virus mehrere Kreuzfahrten, betroffen sind davon auch Deutsche.

Fortschritte bei Eindämmung des Virus

Bei dem in Paris gestorbenen Mann handelt es sich um einen 80-Jährigen aus der schwer betroffenen zentralchinesischen Provinz Hubei, in der auch Wuhan liegt. In der Millionenmetropole waren die ersten Corona-Fälle gemeldet worden. Der Tourist war Anfang Februar auf die Intensivstation des Krankenhauses Bichat in der französischen Hauptstadt gebracht worden. Gesundheitsministerin Buzyn sagte, sie sei am Freitag über den Tod des Mannes informiert worden. Der Patient sei mehrere Tage in kritischem Zustand gewesen.


Der chinesische Außenminister Wang Yi sieht große Fortschritte bei der Eindämmung des Coronavirus in seinem Land. Als Ergebnis chinesischer Anstrengungen sei bisher nur ein Prozent der Fälle außerhalb der Landesgrenzen aufgetreten, sagte der Minister am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Die 1,4 Milliarden Einwohner Chinas führten den Kampf in diesem „Krieg ohne Rauch“ entschlossen. Er dankte der internationalen Gemeinschaft für die Hilfe. Außerhalb des chinesischen Festlands sind im Rest der Welt bislang etwa 600 Erkrankungen bestätigt.

dpa