Samstag, 15. Februar 2020

Erster Coronafall in Ägypten: Patient 33 Jahre alter Ausländer

Bei dem ersten Fall des neuartigen Coronavirus in Ägypten handelt es sich nach Angaben der Regierung um eine 33 Jahre alte ausländische Person. Gesundheitsministerin Hala Said machte in einem Fernsehinterview am Freitagabend jedoch keine weiteren Angaben zur Identität des Patienten. Auch die Nationalität blieb unklar. Der Fall sei nach der Ankunft des Patienten in Ägypten durch ein Screeningprogramm entdeckt worden, sagte sie dem Sender MBC Masr.

Die WHO arbeitet seit Wochen daran, Länder mit schwachem Gesundheitssystem auf einen möglichen Virus-Ausbruch vorzubereiten.
Die WHO arbeitet seit Wochen daran, Länder mit schwachem Gesundheitssystem auf einen möglichen Virus-Ausbruch vorzubereiten. - Foto: © APA/afp / CHARLY TRIBALLEAU
Die infizierte Person zeige keinerlei Symptome und bleibe 14 Tage auf einer Isolierstation, erklärte die Gesundheitsministerin. Ägypten habe alle erforderlichen Maßnahmen nach den Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ergriffen. Said zufolge lebte der Patient in Ägypten mit 3 anderen Menschen zusammen, die dieselbe Nationalität haben. Bei allen, die mit dem Patienten zu tun gehabt hätten, seien die Tests auf den Erreger negativ ausgefallen.

Bei dem Fall handelt es sich um die erste Infektion mit dem neuartigen Virus in Afrika. Die WHO arbeitet seit Wochen daran, Länder mit einem schwachen Gesundheitssystem in Afrika und anderswo auf einen möglichen Covid-19-Ausbruch vorzubereiten. Unter anderem schickte die WHO Material für Tests zum Nachweis einer Infektion an zahlreiche Länder, darunter Ägypten, Kongo, Äthiopien, Kenia und Ghana, wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus vor kurzem sagte.

Die WHO-Region Afrika sah in einer Analyse vom 13. Februar die meisten der 47 Länder begrenzt vorbereitet auf einen Ausbruch, nur 7 wurden als angemessen vorbereitet beurteilt. Darunter waren Algerien und Madagaskar. Ägypten gehört nicht zu der Afrika-Region, sondern arbeitet in der WHO in einem Verbund „Östliches Mittelmeer“ mit Ländern wie Syrien, Saudi-Arabien und Afghanistan. Die WHO-Region Östliches Mittelmeer hält unter anderem in einem Logistikzentrum in Dubai medizinisches Material bereit, das im Fall eines Ausbruchs in das entsprechende Land geschickt werden kann.

dpa