So reagieren Sanitätsbetrieb und Politik auf steigende Infektionszahlen und den ersten Todesfall. <BR /><BR /><BR /><BR />18 Fälle der Delta-Variante wurden in Südtirol im Juni sequenziert. Bis gestern wurden keine neuen Delta-Fälle bestätigt, sehr wohl aber forderte die virulente Mutation des Corona-Virus nun ihr erstes Todesopfer.<BR /><BR /> Es soll sich dabei um eine fast 90-jährige Frau handeln, die in der Infektionsabteilung des Bozner Spitals versorgt wurde. Sie soll angeblich geimpft gewesen sein, hatte aber schwere Vorerkrankungen, sodass alle medizinischen Kunst gegen die Delta-Variante nichts mehr ausrichten konnten. <BR /><BR />Delta ist in ihrer Übertragung von Mensch zu Mensch effizienter, ihre Krankheitsverläufe sind gefährlicher. Klassische Symptome wie Husten, Geschmacksverlust und Fieber treten selten auf, dafür Kopfschmerzen und laufende Nase. „Alle Patienten, die derzeit in den Spitälern behandelt werden, sind nicht geimpft. Einige von ihnen sind von der Delta-Variante betroffen“, heißt es beim Sanitätsbetrieb.<BR /><BR /><b>Aufruf des Landesrates</b><BR /><BR /><BR />Landesrat Thomas Widmann erneuert seinen Aufruf, das Impfangebot wahrzunehmen. „Portugal und Großbritannien zeigen, dass dort, wo sie stark verbreitet ist, die Infektionen nach oben gehen“, so Widmann. Eile sei geboten, um für den Herbst geschützt zu sein. <BR /><BR />Bis Sonntag sind 2467 Personen für eine Impfung vorgemerkt. Die meisten interessanterweise mit 837 im Gesundheitsbezirk Meran, der Bozen (783 Vormerkungen) überholt. 626 wollen sich den Piks in Bruneck, 221 in Brixen verpassen lassen. Wer sich vormerkt, erhält den frühesten Termin morgen in Schlanders, übermorgen in Meran. „Mit 1877 Impfungen in 10 Tagen kommen die Impfbusse sehr gut an, und wir denken an einen Ausbau“, sagt Widmann. Nächste Woche sind Impftage in Sarnthein, am Ritten, Neumarkt und Seis geplant. <BR /><BR /><b>Was ist mit kostenlosen Tests?</b><BR /><BR />Indes scheint es bei der Umsetzung der Strategie des Landes, die Menschen zum Impfen zu bewegen, indem kostenlose Nasentests eingestellt werden, noch zu hapern. Trotz Beschluss der Landesregierung, die Gratis-Nasentests in Apotheken einzustellen, wird dort weiter gebohrt. „Wir haben einen Vertrag mit den Sanitätsbetrieb, den Dienst anzubieten und bis wir kein gegenteiliges Schreiben erhalten, machen wir weiter“, so Matteo Bonvicini vom Verband der Apothekenbetreiber. <BR /><BR />Die Testzentren in den Gemeinden sind zu. „Wir warten aber auf klare Kommunikation, wie Vereine oder Kinderbetreuer ihre Nasentests erhalten“, so Gemeinden-Chef Andreas Schatzer. Die Verteilung sollte laut Sanitätsdirektor Pierpaolo Bertoli über Apotheken laufen. „Wir haben dazu aber noch keine Informationen“, so Bonvicini.<BR /><BR /><b>Thema in der Landesregierung</b><BR /><BR />Widmann will heute in der Landesregierung unklare Situationen bei Nasentests vorbringen. Diese gäbe im Sport, aber auch bei Kulturveranstaltungen wie dem Busoni-Klavierwettbewerb. Der Staat sieht 50 Prozent Belegung ohne EU-Pass, das Land 100 Prozent Belegung mit EU-Pass vor. <BR /><BR />Jugendliche bis 18 Jahren dürfen anstelle des Passes vor Ort einen Nasentest absolvieren. „In der Praxis schwer zu handhaben und weniger streng als beim Staat“, so Widmann. Eine Lösung habe er aber nicht. „Die Landesregierung ist ein Kollegialorgan.“ Heute allerdings ohne Landeshauptmann Arno Kompatscher, der einige Tage Ferien macht.<BR />