Das Multitalent betätigte sich nebenbei auch als Schriftsteller und schrieb eine Science-Fiction-Erzählung, in der er den Einsatz einer Atombombe prophezeite, deren Entwicklung erst 20 Jahre später begann.<BR /><BR />Der Bozner Max Valier war ein österreichischer Astronom und Wegbereiter der Raketentechnik der ersten Stunde. 1913, wenige Jahre vor der Teilung Tirols, übersiedelte er nach Innsbruck und studierte an der Universität Astronomie, Meteorologie, Mathematik und auch noch Physik. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="958807_image" /></div> <BR /><BR />Schon zwei Jahre später wurde er in die österreichische Armee einberufen. Zunächst als Wetterbeobachter in der Luftaufklärung. Während des ersten Weltkriegs wechselte er dann in die Flugzeugerprobung.<h3> Die Atombombe vorausgesehen</h3>Nach dem ersten Weltkrieg nahm er das Studium wieder auf. Das Multitalent betätigte sich nebenbei auch als Schriftsteller und schrieb eine Science-Fiction-Erzählung, in der er den Einsatz einer Atombombe prophezeite, deren Entwicklung erst 20 Jahre später begann.<BR /><BR />Nach Südtirol, das mittlerweile an Italien abgetreten worden war, kehrte Valier vorerst nicht mehr zurück. In Österreich blieb der Tiroler aber ebenfalls nicht. Seine Expertise war an ganz anderer Stelle gefragt. Zusammen mit deutschen Raumfahrtpionieren forschte er in Deutschland an der Raketentechnik. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="958810_image" /></div> <BR /><BR />Die ersten Versuchsfahrzeuge, raketenbetriebene Autos, steuerte er immer wieder selbst. Es waren die ersten Raketenautos der Welt. Auf dem zugefrorenen Starnberger See knapp hinter der Tiroler Grenze gelang Valier 1929 mit einem Raketenschlitten, den er selbst steuerte, ein Geschwindigkeitsweltrekord. Er war mit 400 Stundenkilometern auf dem See unterwegs. Valier sah all diese Arbeiten als erste Vorstufe für eine Weltraumrakete, deren Einsatz er in einem Roman beschrieben hatte. <BR /><BR />Am Düsseldorfer Flughafen wurde dann das erste Raketenflugzeug entwickelt, basierend auf Max Valiers Ideen. Einer seiner größten Förderer war Fritz von Opel vom gleichnamigen Autokonzern, der selbst Raketenautos, die von Valier konstruiert wurden, steuerte.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="958813_image" /></div> <BR /><BR />Am 17. Mai 1930, der Südtiroler war zwischenzeitlich nach Berlin gewechselt, wurde ein Versuch mit einem neuartigen Brennstoff von Shell durchgeführt. Dabei kam es zur Explosion einer Brennkammer des Antriebs eines Raketenfahrzeugs. Ein Trümmerstück durchschlug Max Valiers Lungenschlagader. Der Bozner, erst 35 Jahre alt, verlor sein Leben.<BR /><BR /> Dadurch gilt er heute als erstes Todesopfer der Raumfahrtforschung. Beigesetzt wurde Max Valier übrigens nicht in Südtirol, sondern in München. Seine Arbeiten in Berlin wurden von seinen Kollegen weitergeführt und daraus resultierte das damals berühmte Raketenfahrzeug Höllenhund, mit dem die für diese Zeit unglaubliche Geschwindigkeit von 185 Stundenkilometern erreicht wurde. Seit 1970 ist in Anerkennung seiner Arbeiten für die Raumfahrtforschung ein Mondkrater nach Max Valier benannt.<BR /><BR />