Mittwoch, 11. März 2020

Erstmals keine neuen Coronavirus-Infektionen in Codogno

Trotz zunehmender Infektionszahlen hat die Lombardei einen Erfolg zu verbuchen. Am Dienstag wurden erstmals keine neuen Coronavirus-Infektionsfälle in der lombardischen Ortschaft Codogno registriert. Hier war am 21. Februar der erste Infektionsfall in Italien gemeldet worden.

Italien kämpft vereint gegen die Ausbreitung des Coronavirus.
Italien kämpft vereint gegen die Ausbreitung des Coronavirus. - Foto: © APA (AFP) / ALBERTO PIZZOLI
„Wir sind über dieses Resultat besonders glücklich. Wir sind verantwortungsvoll unter zweiwöchiger Quarantäne gestanden und jetzt sieht man die Resultate, die wir uns erhofft haben. Wenn wir uns geschlossen an die Regierungsvorschriften halten, werden wir diese Krise in ein paar Wochen überwunden haben“, sagte der Bürgermeister von Codogno, Francesco Passerini, nach Medienangaben.

Der „Patient 0“, der erste am Coronavirus infizierte Italiener, wurde am Montag nach 18 Tagen aus der Intensivstation des Krankenhauses der lombardischen Stadt Pavia entlassen und atmet selbstständig. Er war mit seiner im achten Monat schwangeren Frau ins Spital eingeliefert worden, die inzwischen genesen ist.

Auch ein Freund, mit dem der nur mit dem Vorname Mattia bekannte „Patient 0“ Fußball spielte, mehrere Stammgäste eines Lokals, das der Familie des Freundes gehört, sowie Ärzte und Patienten des Krankenhauses von Codogno hatten sich bei ihm angesteckt.

Epidemie in Italien nicht direkt mit China verbunden

Wer das Virus eingeschleppt hat, ist weiter unklar. Die ganze Gemeinde Codogno musste wie andere 9 Kommunen der lombardischen Provinz Lodi unter Quarantäne gestellt werden, die erst am Sonntag aufgehoben wurde. Inzwischen wurde ganz Italien zur Sperrzone erklärt.

Derweil stellten Wissenschaftler fest, dass die Coronavirus-Epidemie in Italien nicht direkt mit China verbunden ist. Laut einer Studie von Italiens Oberstem Gesundheitsinstitut ISS hatten die ersten, in Codogno infizierten Patienten keine Kontakte zu China. Ein Rätsel bleibt daher weiterhin, wie sich das Coronavirus in der Lombardei und in Venetien entwickelt haben könnte.

Die Zahl der Coronavirus-Toten in Italien steigt trotz rigider Quarantänemaßnahmen rasant: 631 Todesopfer wurden am Dienstag in Italien gemeldet, das sind 168 mehr als am Vortag. Die Zahl der Infizierten kletterte auf 8514, am Vortag waren es noch 7985. 1004 Patienten sind inzwischen genesen.

Unterdessen wurde erstmals ein italienischer Parlamentarier positiv getestet. Dabei handelt es sich um Claudio Pedrazzini, Parlamentarier aus der lombardischen Provinz Lodi.

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apa