Dienstag, 14. Juni 2016

Erstmals Marderhund in Südtirol aufgetaucht

Der Kadaver eines in Südtirol davor noch nie registrierten Tieres wurde am Sonntag auf der MeBo bei Gargazon gefunden: ein Marderhund.

Im Bild ein Beispiel eines umgangssprachlich Marderhund genannten Tieres, von dem ein Exemplar tot auf der MeBo gefunden wurde.
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Im Bild ein Beispiel eines umgangssprachlich Marderhund genannten Tieres, von dem ein Exemplar tot auf der MeBo gefunden wurde. - Foto: © LPA

Bei dem durch ein Auto auf der Schnellstraße getöteten Tier handelt es sich um ein etwa einjähriges Weibchen der Gattung Marderhund oder Nyctereutes procyonoides, das circa fünf Kilo wog.

Es ist dies, wissen die Mitarbeiter des Landesamtes für Jagd und Fischerei, erst das zweite Mal in ganz Italien, dass das Auftreten eines Tieres dieser Art bekannt wurde. Nicht bekannt ist, woher dieser junge weibliche Marderhund eingewandert ist.

Der Kadaver, den Mitarbeiter des Straßendienstes aufgefunden hatte, wurde im Institut für Tierseuchenbekämpfung der Venetien-Sektion Bozen untersucht.

Marderhund stammt ursprünglich aus Sibirien

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Marderhundes ist das östliche Sibirien, das nordöstliche China und Japan. In Europa ist er ein Neozoon, der ursprünglich ausgesetzt wurde, um sein Fell wirtschaftlich zu nutzen.

Der Marderhund kam wegen seiner äußeren Ähnlichkeit einer Mischung aus Mardern und Hunden zu seinem Namen, dabei sieht er eher einem Kleinbären oder Waschbären ähnlich.

Die Kopf-Rumpf-Länge eines ausgewachsenen Marderhundes beträgt etwa 50 bis 68 Zentimeter, dazu kommen 13 bis 25 Zentimeter Schwanz. Bei einer Schulterhöhe von 20 bis 30 Zentimetern erreicht der Marderhund eine Gesamthöhe von 38 bis 51 Zentimetern sowie ein Gewicht zwischen vier und zehn Kilogramm.

Das weiche Fell ist beige-grau an den Flanken, am Bauch und am Rücken schwarz-braun. Der Marderhund ist ein sehr scheuer und nachtaktiver Bewohner von Wäldern und Regionen mit viel Unterholz. 

Töten oder Fangen absolut verboten

Das Töten oder Fangen jeder Art von Haarwild oder Federwild ist - mit Ausnahmen - verboten, weist der geschäftsführende Direktor des Landesamtes für Jagd und Fischerei Luigi Spagnolli hin. Der Nyctereutes procyonoides oder Marderhund zählt zu den allgemein geschützten Tierarten.

Diese nicht heimische Tierart muss besonders beobachtet werden, unterstreichen die Mitarbeiter des Amtes für Jagd und Fischerei, um mögliche Konflikte mit der einheimischen Fauna zu vermeiden.

lpa

stol