Barrierefreiheit bedeutet, dass allen Menschen ermöglicht wird, Gebäude, Verkehrsmittel, Alltagsgegenstände oder Computer und mobile Telefone ohne besondere Hürden zu benutzen. <BR /><BR />Fast die Hälfte der Menschen können aufgrund von Alter, Leseschwäche, Sprachproblemen, Sehbehinderung oder kognitiven Beeinträchtigungen Informationen in Schriftform nicht lesen und verstehen. Es geht daher zum Beispiel auch um den Blinden, der im Internet nach Seiten sucht, die ihm vorgelesen werden. <BR /><BR /><embed id="dtext86-60153105_quote" /><BR /><BR />Eltern, die mit ihren Kinderbuggy nicht in altmodische Züge oder Busse kommen. Die ältere Dame mit Rollator, die Türen mit Schwellen hasst. Oder der Sportler mit einer bösen Zerrung, die ihn temporär in seiner Bewegungsfreiheit einschränkt. Der klassische Rollstuhlfahrer ist also nur ein kleiner Teilbereich. <BR /><BR />Laut Statistik hat jeder fünfte von uns eine Einschränkung und es werden immer mehr. Die Geburtenrekorde der Babyboomer sind längst vorbei. Aktuell liegt die Geburtenrate in Italien bei einem Negativrekord von weniger als 400.000 Geburten im Jahr. Menschen mit motorischen Schwierigkeiten nehmen altersbedingt zu und das Bedürfnis nach einem selbstbestimmten unabhängigen Leben wird immer größer. <BR /><BR />Barrierefreiheit ist für über 15 Prozent der Menschen in Europa eine notwendige Voraussetzung im täglichen Leben und auf Reisen. Auch die Tourismusbranche steht daher vor einer Megaherausforderung. Ein rasant wachsender Markt, der hindernisfreie Unterkünfte und Mobilitätskonzepte braucht – angefangen von der Anreise bis hin zum Wanderweg für Rollstuhlnutzer. <BR /><BR /><embed id="dtext86-60153106_quote" /><BR /><BR />Neueste Studien der Europäischen Kommission zeigen, dass allein in Europa jährlich 143 Milliarden Euro und über 3 Millionen Arbeitsplätze durch barrierefreien Tourismus zusätzlich generiert werden könnten.<BR /><BR />Und obwohl die Barrierefreiheit so viele Menschen angeht, ist sie noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die Behinderung liegt eigentlich nicht in der körperlichen Unterfunktion von Beeinträchtigen, sondern in der Gesellschaft, die es nicht schafft, Barrieren – auch die in den Köpfen – aus der Welt zu schaffen. Damit es aber nicht bei Sonntagsreden und halbherzigen Lösungen bleibt, braucht es einen Paradigmenwechsel. <BR /><BR />Dieser muss in einer Kombination von Barrierefreiheit mit den Anstrengungen um eine inklusive nachhaltige Gesellschaft liegen. Schaut man in die Arbeitswelt, so jammern alle über das Abwandern der besten Köpfe. Gleichzeitig profitiert jede Firma von Vielfalt am Arbeitsplatz. <BR /><BR /><embed id="dtext86-60153107_quote" /><BR /><BR />Neben einem Geschlechter- und Altersmix, unterschiedlichen kulturellen Hintergründen oder sexueller Orientierung gehören auch Menschen mit Behinderung zum Potenzial für Innovation und einem messbaren Wettbewerbsvorteil. So werden nicht nur Höchstleistungen erbracht, sondern auch Inklusion und Toleranz im Team gefördert.<BR /><BR />Was es braucht, ist ein respektvoller Umgang miteinander, der jedem Menschen die uneingeschränkte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht. Und dazu haben sich auch alle 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verpflichtet, die das UNO-Übereinkommen über die Rechte der Personen mit Behinderungen unterzeichnet haben.<BR /><BR /> Genauso stellen 5 der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen auf eine gleichberechtigte, menschenwürdige und inklusive Gesellschaft ab. Nun geht es um die Umsetzung.<BR /><BR /><b>Auch der Bozner Autor und Musiker Max Silbernagl hat in einem Gastbeitrag auf STOL über die Schwierigkeiten eines selbstbestimmten Lebens in Südtirol von Menschen mit Beeinträchtigung geschrieben <a href="https://www.stol.it/artikel/politik/wir-sind-es-leid-immer-nur-als-bittsteller-aufzutreten" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Hier lesen Sie den Gastbeitrag).</a></b><BR />