Der Sommer naht? Eigentlich noch nicht. Doch damit Paul (5) und Maria (7) in den Sommerferien einen Platz in einem Betreuungsangebot haben, müssen ihre Eltern in den nächsten Tagen rechtzeitig am PC sein. „Bei uns in Eppan geht am Sonntag um Mitternacht die Anmeldung auf, ich gehe jede Wette ein, dass in jeder fünften Familie um 0.30 Uhr noch jemand wach sein wird“, sagt Doris Albenberger von der Elterninitiative Südtirol.<BR /><BR /><embed id="dtext86-63190199_quote" /><BR /><BR />Zumal das Angebot für die Sommerbetreuung in ihrer Gemeinde nicht nur nicht ausgebaut wurde, sondern sogar „rückläufig ist, gerade für die Grundschulkinder“. Für 700 Grundschulkinder gebe es an manchen Wochen nur 48 Plätze, „und die Wochen zu Ferienbeginn und -ende sind in den allermeisten Gemeinden ganz ohne Angebot“, weiß sie. <BR /><BR />Für die Eltern, so Albenberger, bedeuten Sommerferien jedes Jahr einen enormen logistischen Aufwand, gerade mit mehreren Kindern. „Sie müssen für jedes Kind für jede Woche irgendwie eine Betreuung organisieren – und diese auch bezahlen können. Auch wenn die einzelne Woche für ein Kind bezahlbar scheint, so können doch locker bei mehreren Kindern auch mal 1000 Euro zusammenkommen“, sagt Albenberger.<BR /><BR /> Ihr Wunsch: eine landesweite allgemeine Lösung und insbesondere für die Kindergartenkinder eine Ganzjahresbetreuung. Denn der Bedarf, davon ist sie überzeugt, geht in den kommenden Jahren sicher nicht zurück. „Die Erwerbstätigkeit nimmt sicher zu, denn immer mehr Familien werden 2 Einkommen brauchen. Der ökonomische Druck ist einfach zu hoch geworden.“ <BR /><BR />Das kann auch Christa Ladurner von der Familienallianz bestätigen, selbst mit einem Teilzeitjob (meistens der Mütter) kämen viele angesichts von allgemeiner Inflation und galoppierenden Wohnkosten nicht mehr aus. <BR /><BR /><embed id="dtext86-63190623_quote" /><BR /><BR />Gezeigt hat sich das nicht zuletzt im vergangenen Jahr, als die Nachfrage für Sommerbetreuungsangebote insbesondere für Grundschulkinder explosionsartig in die Höhe geschnellt war. Organisationen hatten teils doppelt so viele Anfragen wie Plätze, teils sogar noch mehr. Und entsprechend lange Wartelisten. <BR /><BR />Wer konnte, hat kurzfristig das Angebot aufgestockt, so etwa die Sozialgenossenschaft „Die Kinderwelt“. „Wir haben heuer schon in der Planung auf diese Entwicklung reagiert“, sagt die Präsidentin Martina Ladurner. Das Angebot für die Sommerbetreuung wurde verdoppelt, für den Bereich der Grundschulkinder insgesamt sogar um 75 Prozent aufgestockt. <BR /><BR />Und gleichzeitig, so berichtet sie stolz, habe man auch die Qualität des Angebotes damit noch einmal steigern können: „Denn wir trennen jetzt die Grundschulkinder in den meisten ,unserer‘ Gemeinden in 2 Alterskategorien, nämlich in die Erst- bis Drittklässler und die Viert- und Fünftklässler. So kann das Angebot noch besser auf das Alter der Kinder abgestimmt werden.“ <BR /><BR />Und noch etwas ist heuer neu: „Die ersten 3 Tage der Online-Anmeldungen sind ausschließlich berufstätigen Eltern vorbehalten. Also berufstätigen Alleinerziehern oder Eltern, die beide arbeiten.“ So soll sicher gestellt werden, dass die Vorrang haben, die auf die Betreuung angewiesen sind. <BR /><BR /><embed id="dtext86-63190628_quote" /><BR /><BR />Vorbereitet ist also alles, bleibt die Sache mit dem knappen Personal. „Wir suchen natürlich jetzt schon Mitarbeiter“, sagt Ladurner. Für die Sommerbetreuung sei dies nicht einfach, aber zumindest seien in dieser Zeit auch Maturanten und Studenten verfügbar und die Arbeitszeiten akzeptabel. <BR /><BR />Doch die Sozialgenossenschaft übernimmt mancherorts auch die Verlängerungszeiten für den Regelkindergarten, einfach weil der Bedarf der Eltern da ist. „Wie soll ich Personal finden, das beispielsweise zweimal 2 Stunden in der Woche zur Verfügung steht? Das kann in der einen oder anderen Gemeinde klappen, aber für alle Gemeinden ist das keine Lösung.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-63190663_quote" /><BR /><BR />Das sieht man bei der Familienallianz und Elterninitiative genauso und fordert daher auch hier eine zentrale landesweite Lösung, die auf den eigentlich bereits versprochenen Ganzjahreskindergarten hinauslaufen sollte. „Die Betreuung der Kindergartenkinder außerhalb der Öffnungszeiten der Kindergärten, mit denen berufstätige Eltern nie auskommen können, ist ein großes Problem. Die Fehlzeiten können die Genossenschaften niemals komplett abdecken“, sagt Christa Ladurner. <BR />