Wenn gleich 6 ehemalige und aktuelle Gesundheits- und Soziallandesräte plus Landeshauptmann a. D. zu einer Jubiläumsveranstaltung erscheinen, dann sagt das einiges über die Wertschätzung für die einladende Institution und die Sensibilität für das Thema aus. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1075713_image" /></div> <BR /><BR />ASAA-Präsident Ulrich Seitz ließ denn auch die Arbeit mit den einzelnen Landesräten Revue passieren und nutzte die Gelegenheit, einen Appell an die anwesenden Politiker zu richten. Das Problem Demenz wird in Zukunft noch größer werden, die Zahl von derzeit 1200 Neuerkrankungen pro Jahr wird weiter stark steigen; deshalb müsse schnell gehandelt werden, so Seitz.<h3> Thema betrifft die ganze Gesellschaft</h3>Vor allem forderte er eine schnellere Pflegeeinstufung und einen Bürokratieabbau beim Ansuchen, weil sonst die häusliche Pflege nicht tragbar sei. Darüber hinaus hat die ASAA aber auch weitere dringende Forderungen an die Politik. Und Seitz appellierte an die anwesenden Politiker, über die Parteigrenzen hinwegzusehen. „Bei diesem Thema, das die ganze Gesellschaft angeht, ist eine Zusammenarbeit dringend nötig“, sagte er.<BR /><BR />Vizepräsidentin Edith Moroder konnte stolz berichten, dass ASAA aktives Mitglied des Zusammenschlusses der Deutschsprachigen Alzheimer- und Demenz-Organisationen DADO in Europa ist. So habe man die Möglichkeit, über die Grenzen zu schauen. In Liechtenstein etwa gebe es ein beispielhaft einfaches Modell für die Pflegeeinstufung.<h3> Projekt mit Volksbank</h3>Die Jubiläumsveranstaltung fand nicht zufällig in den Räumen der Volksbank Bozen statt. In Zusammenarbeit mit der Volksbank soll es nämlich gelingen, mit einem Projekt, über das sich auch Volksbank-Generaldirektor Alberto Naef sehr erfreut zeigte, den pflegenden Angehörigen zu Hause besser zu helfen, u.a. durch Ergotherapie, Logopädie und psychologischen Support mit ausgewiesenen Fachleuten.<h3> Die Forderungen</h3>Der Verein Alzheimer (ASAA) weiß, welche Probleme pflegende Angehörige haben: 300 Anrufe von Familienangehörigen in Not gingen heuer über die Grüne Nummer 800660561 ein. Folgendes fordert ASAA deshalb von der Politik:<BR /><b>Schnellere Abwicklung</b> der Pflegeeinstufung für Demenzkranke<BR /><BR />Überdenken der <b>Sinnhaftigkeit von Kommissionen</b> zur Einstufung von Invalidität und Pflege<BR /><b><BR />Mehr Kundenfreundlichkeit</b> in den Gesundheits- und Sozialdiensten für Menschen mit neurologischen Störungsbildern<BR /><b><BR />Finanzielle Hilfestellungen</b> und Ausgleichzahlungen bei Überschreitung von Wartezeiten bei der Einstufung <BR /><BR />Besserer Zugang zu sozio-sanitären Leistungen und effiziente Entlastungsangebote (bessere <b>Abstimmung Facharzt-Hausarzt</b>)<BR /><BR />Echte <b>Vereinbarkeit von Beruf und Pflege</b> (Betriebe sollten mit Seniorenheimen und Tagesstrukturen zusammenarbeiten)<BR /><b><BR />Anerkennung</b> der Leistungen in der Pflege daheim für <b>Rentenzwecke</b><BR /><BR />Task-Force für <b>junge Demenzkranke</b><BR /><BR />Anerkennung <b>Berufsbild</b> für die Pflege daheim<BR /><BR />Eine <b>Beobachtungsstelle</b> mit verlässlichen Daten<BR /><BR />Professionelle <b>Anlaufstelle für Demenzfrage</b> für pflegende Angehörige<BR /><BR />Schaffung einer <b>Koordinationsstelle</b> mit Einbindung des Vereins Alzheimer für Angehörige