Die Versuchung unter den Jugendlichen ist nach wie vor groß, weiß er – doch heute „gibt es keine weichen Drogen mehr.“ Welche Substanzen Mariuhana, Kokain & Co. heutzutage noch gefährlicher machen. <BR /><BR />Oberstabsfeldwebel Luciano Osler leitet das Drogen-Analyselabor in der Guella-Kaserne in Leifers – hier treffen alle illegalen Substanzen ein, die die Ordnungshüter im Land beschlagnahmen. Und nicht nur das: Auch das Material zum Verpacken, Verarbeiten und Konsumieren der Rauschmittel wird dort untersucht und aufbewahrt. „Findet man keine oder nicht ausreichend Drogen für die Analyse, werden Rückstände etwa in Bongs (Wasserpfeifen zum Rauchen von Drogen, Anm. d. Red.) oder Werkzeug zur Verarbeitung der Drogen abgekratzt und untersucht“, erklärt der Leiter des Labors. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="863009_image" /></div> <BR />In Südtirol werden, zumal es ein Grenzland ist, oft große Mengen an Rauschgift beschlagnahmt – diese können und müssen auch nicht im Labor gelagert werden, denn es reichen Proben aus, die auf Zusammensetzung und Wirkstoffgehalt untersucht werden, erklärt Oberstabsfeldwebel Osler. „Also wird die beschlagnahmte Menge gewogen, dann eine Probe abgenommen und den Rest nimmt die jeweilige Abteilung, der der Schlag gelungen ist, wieder mit.“ <BR /><BR />Zieht die Beschlagnahme des Stoffes ein Strafverfahren nach sich, dienen die sichergestellten Drogen als Beweismittel und müssen bis zum Ende der jeweiligen Prozessphase aufbewahrt werden. Haben sie auch in der Justiz „ausgedient“, ruft Osler die Verantwortlichen zusammen und geht mit ihnen in die Verbrennungsanlage, wo das Rauschgift vernichtet wird.<h3> Auch Beton und Exkremente im Haschisch nachgewiesen</h3>„Gift“ ist wohl die treffendste Bezeichnung für illegale Drogen: Glas in Marihuana-Proben, Beton und Exkremente im Haschisch, Milchpulver im Kokain, andere Drogen in Ecstasy-Tabletten: Das sind nur einige Beispiele, wie illegale Rauschmittel gestreckt und konsumiert werden – von „weichen“ Drogen könne nicht mehr die Rede sein, sagt Osler. „Marihuana enthält heutzutage einen viel höheren Anteil an Wirkstoff als früher“, erklärt Oberstabsfeldwebel Osler. <BR /><BR />15 Prozent Wirkstoff aufwärts sei mittlerweile der Standard bei der psychoaktiven Pflanze, die in einigen Fällen viel mehr enthält als nur „Natur“: Glaspartikel würden gerne auf die Blüten gespritzt, damit sie mehr glitzern, was den Eindruck weckt, sie würden mehr Pollen (und damit mehr Wirkstoff) enthalten. Außerdem resultiere daraus ein größeres Gewicht und das treibe den Preis nach oben. Nach demselben Prinzip werde eben Haschisch mit Beton gestreckt – höheres Gewicht, höhere Preise. <BR /><BR />Und dass in Ecstasy andere Drogen gemischt würden hätte auch einen Grund, erklärt Osler: Die Produzenten und Händler versuchen stets, die Konsumenten zu stärkerem, teurerem Drogenkonsum mit höherem Suchtfaktor zu verleiten. <h3> Substanzen heutzutage pur zu rauchen „haut dich um!“ </h3>Haschisch soll mittlerweile bis zu 80 Prozent Wirkstoff enthalten – „die Jugendlichen in den Schulen sagen mir oft, ein Joint sei immer noch besser als Tabak, der krebserregend ist. Aber sie werden von ihren Gleichaltrigen sofort darauf hingewiesen, dass im Marihuana und Haschisch, das heute im Umlauf ist, viel zu viel Wirkstoff enthalten ist, um diese Substanzen pur zu rauchen – ,das haut dich um!'“<BR /><BR />Das Problem bei gestreckten Drogen sei auch, dass manche nach dem Konsum im Krankenhaus landen und z. B. angeben, Ecstasy konsumiert zu haben, aber wegen Beschwerden, die sich aus dem Konsum anderer Rauschmittel ergeben, behandelt werden müssten – „weil die Tabletten mit anderen Drogen gestreckt waren“, so Osler. Dasselbe könne laktoseintoleranten Menschen passieren, die mit Milchpulver gestrecktes Kokain konsumieren. <BR /><BR />Erfahrungsgemäß wirke aber auch allein die mangelnde Hygiene bei Drogenschmuggel und -verkauf abschreckend auf die Jugendlichen, weiß Osler. „In den Unterhosen, unter den Achseln, aber auch im Darm verstecken viele Dealer den Stoff“, erklärt er. Der Einwand einiger Schüler, die ihn im Labor oder er in der Schule besuchen: „Aber die sind gut verpackt.“ Woraufhin er fragt: „Würdet ihr ein verpacktes Bonbon essen, das jemand in seiner Unterhose hatte?“