Es ist bereits der zweite Hagelschlag heuer – der erste war am 21. April niedergegangen und hatte das Überetsch und Unterland getroffen. <BR /><BR /><b>Eppan</b> zählt zu den Gemeinden, in denen es besonders häufig hagelt – heuer bereits zum zweiten Mal. Zu den „Hagel-Gemeinden“ zählen weiters der <Fett><b>Ritten</b></Fett>, <Fett><b>Kaltern</b></Fett>, <b>Salurn</b>, <Fett><b>Bozen</b></Fett>, <Fett><b>Brixen</b></Fett>, <Fett><b>Natz-Schabs</b></Fett>, <Fett><b>Partschins</b></Fett>, <Fett><b>Naturns</b></Fett>, <Fett><b>Laas</b></Fett> und <b>Schlanders</b>. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1312038_image" /></div> <BR /><BR />In diesen Gemeinden kam es von 2021 bis 2025 im Zeitraum von Mai bis August durchschnittlich zu bis zu sieben Hagelschlägen pro Jahr, wobei nicht jedes einzelne Ereignis nennenswerte Schäden zur Folge hatte, teilt das Hagelschutzkonsortium auf Anfrage mit. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1311927_image" /></div> <BR /><BR /> „Betroffen ist nach diesem Hagelschlag am Montag vor allem der Obstbau – dort gibt es überwiegend qualitative Einbußen“, sagt <b>Manfred Pechlaner</b>, Geschäftsführer des Hagelschutzkonsortiums. <BR /><BR />„In dieser Vegetationsphase können leichte Hagelschläge zwar bereits sichtbare Schäden an den Früchten verursachen. Vielfach besteht jedoch noch die Möglichkeit, durch Ausdünnen und Auszupfen einen Teil der Beeinträchtigungen zu regulieren“, meint Pechlaner. „Zudem besteht die Hoffnung, dass sich einzelne leichte Beeinträchtigungen im weiteren Verlauf teilweise noch durch das Fruchtwachstum ausgleichen, sodass sich die Auswirkungen insgesamt entsprechend begrenzen lassen.“<h3> Manche Bauern haben die Netze noch nicht aufgezogen</h3> Noch immer sind nicht alle Hagelnetze aufgespannt. Manche Bauern warten damit weiterhin zu wegen eines möglichen Frosts, erklärt der Obmann des Hagelschutzkonsortiums, <b>Michael Simonini</b>. In Frostnächten muss die Oberkronenberegnung eingesetzt werden – und da darf kein Hagelnetz aufgezogen sein.<h3> Temperaturunterschied ist entscheidend</h3>Zu einem Hagelschlag kann es nicht nur bei heißen Temperaturen im Sommer kommen, sondern auch dann, wenn eine kräftige Kaltfront durchzieht wie am Montag: „Entscheidend für Gewitter bzw. Hagel ist nicht alleine die Temperatur nahe am Boden, sondern der Temperaturunterschied zwischen Boden und hoher Atmosphäre“, erklärt Landesmeteorologe <b>Dieter Peterlin</b>.<BR /><BR />„Wenn dieser Temperaturunterschied groß ist, können Gewitter entstehen. Normalerweise ist das im Sommer der Fall, wenn es unten nahe am Boden sehr heiß ist. In anderen Jahreszeiten kann es aber auch durch eine Kaltfront vorkommen: Wenn es eben zuerst in der Höhe sehr kalt wird, dann gibt es wieder einen großen Unterschied zwischen oben und unten. Das war am Montag der Fall“, sagt Peterlin. <h3> Pechlaner: Es hagelt stärker und großflächiger</h3>Der Klimawandel hat sich auch auf die Hagelschläge ausgewirkt, sagt Pechlaner. „Die Niederschläge – und damit auch die Hagelschläge – sind intensiver geworden, es hagelt stärker und großflächiger.“ <BR /><BR />Bereits seit Jahren ist in Südtirol eine Zunahme von Hagel zu beobachten, weiß Peterlin. „Eine kürzlich veröffentlichte Studie aus Wien hat gezeigt, dass an der Alpensüdseite die Wahrscheinlichkeit für Hagelkörner mit fünf Zentimetern Durchmesser mittlerweile um 300 Prozent größer ist als vor 1990“, berichtet Peterlin. „Diese Studie ist nicht 1:1 auf Südtirol übertragbar, untermauert aber auch unsere Beobachtung.“