Montag, 02. November 2020

„Es bewegt sich nicht mehr viel“

Im 3. Anlauf hat es geklappt: Am Dienstagabend hat der Verband Südtiroler Musikkapellen über Videokonferenz seine heurige Jahreshauptversammlung abgehalten. 183 Musikkapellen haben sich eingeloggt, um über Bildschirm die Versammlung im Raiffeisensaal zu verfolgen.

Hoffentlich können die Südtiroler Musikkapellen schon bald wieder aufmarschieren und miteinander musizieren – so wie im Bild die Kapellen von Prissian und Tisens vor fast einem Jahr beim Bischofsbesuch.
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Hoffentlich können die Südtiroler Musikkapellen schon bald wieder aufmarschieren und miteinander musizieren – so wie im Bild die Kapellen von Prissian und Tisens vor fast einem Jahr beim Bischofsbesuch. - Foto: © fm
Eigentlich hätte die Versammlung traditionell im März stattfinden sollen. Wegen des damaligen Corona-Lockdowns musste diese aber abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Nach den Lockerungen im Sommer hat der Verbandsvorstand den 17. Oktober als neuen Termin festgelegt. Wegen der Anfang Oktober wieder vermehrt auftretenden Neuinfektionen wurde auch dieser Termin kurzfristig abgesagt und die Versammlung für den 27. Oktober als Videokonferenz einberufen.

Das Klarinettenensemble „Klari-di-netten“ von der Musikschule Unterland (siehe eigene Meldung) hat die Versammlung vor Ort musikalisch umrahmt. Verbandsobmann Pepi Fauster, Verbandskapellmeister Meinhard Windisch, Verbandsjugendleiter Hans Finatzer und Verbandsgeschäftsführer Andreas Bonell haben am Präsidiumstisch Platz genommen. Die 6 Bezirksobmänner saßen im Hintergrund an den Computern, um die Teilnehmerzahl und die Abstimmungen optisch und schriftlich zu dokumentieren.

Das Dreijahresmotto des Verbandes „Blasmusik bewegt“ stehe heuer unter besonderen Vorzeichen, erklärte Verbandsobmann Pepi Fauster zum Auftakt der Versammlung: „Coronabedingt bewegt sich nicht mehr viel – die Pandemie hemmt uns kulturell, künstlerisch und sozial.“ Der Stillstand oder auch die eingeschränkte Tätigkeit (die Versammlung fand vor dem völligen Verbot von Auftritten und Proben statt; Anm. d. Red.) bringe die Musikkapellen in immer größere Schwierigkeiten: „Ich mache mir Sorgen und damit bin ich nicht allein.“

Das Jahr 2019 war noch ein Jahr voller Tätigkeiten und schöner Initiativen, erinnerte Verbandsgeschäftsführer Andreas Bonell in seinem Bericht. Diese schlugen sich entsprechend auch auf den Bilanzbericht von Verbandskassier Elmar Seebacher nieder. Verbandskapellmeister Meinhard Windisch und Verbandsjugendleiter Hans Finatzer analysierten die derzeitige Situation aus musikalischer Sicht und im Jugendbereich.

Dabei gelte es nach wie vor, den schwierigen Spagat zwischen den Übereifrigen und den Übervorsichtigen zu schaffen. Die Jugendarbeit sei dabei besonders in Mitleidenschaft gezogen, denn vor allem die zahlreichen und wichtigen Sommerangebote mussten gestrichen werden: „Die jungen Leute sind in der Pandemie die großen Verlierer“, so Finatzer.

Verbandsstabführer Klaus Fischnaller konnte coronabedingt nicht persönlich an der Versammlung teilnehmen und mahnte in seiner schriftlich übermittelten Stellungnahme, die Krise als Chance zu erkennen und die Musik in Bewegung aus einem neuen Blickwinkel zu sehen: „Raum schaffen für Neues, neu bewegen, Gewohntes hinterfragen und dabei neue Wege entdecken“, damit man vorbereitet sei, wenn der Alltag wieder einkehre.

ste