Jodelnde junge Bauernburschen in Lederhose? Dieses Bild trifft auf moderne Almen in weiten Teilen schon längst nicht mehr zu. Die Zusammensetzung des Personals hat sich gewandelt... und sie wird internationaler. <BR /><BR />Die Südtiroler Alpkäseverkostungen auf der Fürstenburg sind nicht nur willkommene Gelegenheit, um Käse diverser Almen zu probieren. Sie stellen zugleich eine gute Gelegenheit für das Almpersonal und die Almverantwortlichen dar, sich zu treffen und Erfahrungen auszutauschen. Außerdem hält Markus Joos vom Bezirks-Landwirtschaftsamt stets verlässlich Rückblick auf die abgelaufene Almsaison und liefert eine große Menge von Statistiken und Daten.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1096560_image" /></div> <BR />So konnte Markus Joos berichten, dass mittlerweile knapp 40 Prozent des Personals auf den Kuhalmen weiblichen Geschlechts sind, bei den Sennteams beträgt der Frauenanteil bereits die Hälfte bzw. 50 Prozent. Zudem sei auf den Almen heutzutage nicht mehr überall der gewohnt-klassische lokale Älpler anzutreffen – vielmehr seien viele junge Menschen von außerhalb der Landwirtschaft und sogar außerhalb der Provinz im Einsatz.<h3> Hohe Akzeptanz</h3>Was Markus Joos und mit ihm wohl auch die Almverantwortlichen besonders freut: Die Almen und ihre Bewirtschaftung erfreuen sich hoher Akzeptanz, wie seinen Ausführungen zu entnehmen war. Es gebe eine „grundsätzlich positive Grundhaltung“ in der Gesellschaft und Politik und auch auf europäischer Ebene. Schlecht hingegen sei der Klimawandel, welcher sich negativ auf die Almwirtschaft auswirken dürfte. Mit den steigenden Temperaturen gehe nämlich eine verschlechterte Käselagerung auf der Alm einher, von weiteren negativen Effekten ganz zu schweigen.<h3> Nicht zu viel Kraftfutter</h3>Apropos Käseproduktion: Auf den Vinschger Almen wurden heuer 128.500 Kilogramm Käse und 15.400 Kilogramm Butter hergestellt. Das seien pro Kuh – bei rund 1350 aufgetriebenen Tieren – durchschnittlich 95 Kilogramm Käse und 11 Kilogramm Butter. Wichtig sei in diesem Zusammenhang, dass die Zufütterung mit Kraftfutter nicht übertrieben werde. Hier gebe es große Schwankungen zwischen einem und 4 Kilogramm pro Tag und Kuh – im Hinblick auf „Image und Außenwirkung“ sollten es die Bauern aber nicht übertreiben.<h3> Tourismus als Zusatzeinnahme</h3>Für Liebhaber der Statistik noch einige weitere Zahlen: Die durchschnittliche Weidedauer hat heuer 87 Tage betragen, die Gonda-Alm in Matsch war die einzige biozertifizierte Gemeinschaftsalm. Da sich im Land im Laufe des Sommers viele Wanderer im Gebirge tummeln, versuchen außerdem viele Almteams, zusätzliches Geld aus der touristischen Nutzung zu schöpfen. Im Vinschgau waren es heuer laut offizieller Zählung 13 Almen, auf denen eine regelmäßige touristische Nutzung parallel zum „normalen“ Betrieb stattfand.