<b>Was ist passiert an jenem Abend im vergangenen Sommer?</b><BR />Maria: Ich wollte mit einigen Freundinnen nach Brixen in die Disco „Max“. Wir sind mit dem Zug hingefahren und haben vorher schon etwas getrunken, aber wirklich nicht viel. Wir haben uns auch ganz normal und gut gefühlt, als wir gegen 23 Uhr im „Max“ angekommen sind. <BR /><BR /><b>Und dann?</b><BR />Maria: Wir sind direkt zur Bar, weil noch nicht so viele Leute dort waren. Wir haben Vodka Bull bestellt, und es war alles so wie immer und ganz normal. Aber plötzlich habe ich eine Hitzewallung bekommen, mir wurde schwindelig, ganz schummrig und irgendwie habe ich nicht mehr verstanden, wo ich gerade bin. Meine Freundin hat erkannt, dass etwas nicht stimmt und hat mich dann gestützt und zum Ausgang begleitet. <BR /><BR /><b>Was ist dort passiert?</b><BR />Maria: Ich habe mich sofort übergeben. Weil ich nicht verstehen konnte, was gerade mit mir passiert, bin ich in Panik geraten, habe hyperventiliert, auch meine Hände habe ich nicht mehr gespürt. Ich habe kaum mehr reden können, nur zusammenhanglose Worte. Ganz genau weiß ich es nicht mehr, das haben mir meine Freundinnen dann erzählt. Sie haben meine Eltern und das Weiße Kreuz verständigt. Ich wurde dann ins Brixner Krankenhaus gebracht.<BR /><BR /><b>Wurdest Du behandelt?</b><BR />Maria: Ich wurde gefragt, was ich getrunken und gegessen hatte. Es war dasselbe, was auch meine beste Freundin an dem Tag zu sich genommen hatte. Ihr ging es bestens, mir nicht. Es wurde Blut abgenommen und ich bekam eine Infusion. Um 5 Uhr hat mich dann meine Mutter heimgefahren. <BR /><BR /><b>Ist beim Bluttest etwas auffällig gewesen?</b><BR />Maria: Es war ein Wert etwas erhöht, aber man sagte mir später, dass man einen genaueren Test machen müsste, um bestimmte Substanzen festzustellen. <BR /><BR /><b>Hast du das Glas in der Disco aus den Augen gelassen? Wäre es möglich, dass dir jemand was untergejubelt hat?</b><BR />Maria: Ich wüsste ehrlich gesagt nicht wann. Ich passe immer sehr auf, weil darauf meine Mutter immer gedrängt hat und weil einer Bekannten von mir das schon einmal passiert ist. Ich decke das Glas immer mit der Hand ab und nehme es auch mit aufs Klo. Aber irgendwie ist es wohl trotzdem passiert.<BR /><BR /><b>Du bist überzeugt, dass etwas drinnen war?</b><BR />Maria: Ja, weil ich auch am nächsten Tag nicht ganz bei mir war. Und das war nicht das Gefühl, das man hat, wenn man am Abend davor zu viel getrunken hat. Das war etwas ganz anderes. Erst allmählich habe ich dann verstanden, was da passiert ist. <BR /><BR /><b>Es war also Glück, dass du mit Freundinnen warst, die dich nicht aus den Augen ließen?</b><BR />Maria: Ja, auf jeden Fall. Ich wäre ohne sie nicht mal mehr aus der Disco rausgekommen. <BR /><BR /><b>Machst du jetzt irgendwas anders, wenn du ausgehst?</b><BR />Maria: Eine Weile bin nicht mehr ausgegangen. Es ist nicht mehr so wie früher. Das hat man immer im Hinterkopf. Ich frage mich immer, was passiert wäre, wenn meine Freundinnen nicht da gewesen wären. Und was ist, wenn es nochmal passiert? Ich passe extrem auf.<BR /><BR /><b>Es ist also ständig Thema?</b><BR />Maria: Im Freundeskreis immer wieder. Erst kürzlich hat man sich erzählt, dass bei einem Maturaball viele Mädchen, die wirklich nicht viel getrunken haben, ins Krankenhaus gekommen sind, weil es ihnen plötzlich schlecht ging.