Freitag, 19. April 2019

„Es ist vollbracht, der Himmel ist für immer offen“

Der Karfreitag steht im Zeichen des Leidens und Sterbens von Jesus Christus. Bei der Karfreitagsliturgie im Bozner Dom zitierte Bischof Ivo Muser die letzten Worte von Jesus: „Es ist vollbracht“.

Die Karfreitagsliturgie mit Bischof Muser im Bozner Dom. Foto: Diözese Bozen-Brixen
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Die Karfreitagsliturgie mit Bischof Muser im Bozner Dom. Foto: Diözese Bozen-Brixen

Das bedeute nicht einfach, sagte der Bischof, dass es zu Ende sei, sondern, dass das Erlösungswerk vollbracht sei. Es ist vollbracht heiße, so Bischof Muser: „Der Himmel ist für immer offen“.

Am Karfreitag finden keine heiligen Messen statt, stattdessen kommen die Gläubigen zusammen, um mit einem Wortgottesdienst des Leidens und Sterbens Jesus Christus zu gedenken. Bischof Muser beging die Karfreitagsliturgie am Nachmittag im Bozner Dom.

Nach dem schweigenden Einzug haben sich der Bischof und seine Konzelebranten auf dem Boden vor dem Altar niedergelegt. Nach den Lesungen, deren Höhepunkt die Leidensgeschichte nach dem Johannesevangelium war, wurden die großen Fürbitten des Karfreitags, das älteste Fürbittgebet der Liturgie, gesprochen. Der Wortgottesdienst wurde vom Bozner Domchor umrahmt.

„Die Würfel sind gefallen“

In seiner Predigt ging Bischof Muser auf zwei Zitate ein: „Die Würfel sind gefallen“ und „Es ist vollbracht“. Bischof Muser sagte: „Julius Cäsar sprach: ‚Die Würfel sind gefallen.‘ Pilatus sagte: ‚Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.‘ Es wird nicht mehr rückgängig gemacht: Dort am Kreuz hängt er, der König der Juden. Jesus von Nazareth, der König der Juden: Die Kreuzesinschrift, so möchte uns der Evangelist Johannes heute sagen, drückt eine tiefe Wahrheit aus.

Jesus ist wirklich ein König, auch wenn sein Reich nicht von dieser Welt ist, wie er im Verhör vor Pilatus gesagt hat. Jesus ist der König der Juden, den Gott auserwählt und gesandt hat. Doch dieser König kommt nicht, um politische Befreiung zu bringen, sondern Befreiung von Schuld, für die er am Kreuz stirbt. Er bringt seinem Volk nicht die Rückkehr zur politischen Unabhängigkeit, sondern eröffnet ihnen den Weg zurück zu ihrem Gott.“

Dann ging der Bischof auf die letzten Worte Jesu ein: „‚Es ist vollbracht‘. Das heißt nicht einfach: ‚Es ist zu Ende‘, geschweige denn: ‚Es ist überstanden‘, sondern: ‚Es ist zu Ende gebracht‘. Und zwar ist jetzt alles vollbracht, jetzt, da in den Augen der Welt alles gescheitert ist. Die Würfel sind gefallen: Das Erlösungswerk ist vollbracht. Der Himmel ist für immer offen.“

„Jetzt bist du am Zug“

Für Bischof Muser steht fest: „Die Würfel sind gefallen, die Zeichen stehen auf Freiheit, auf Leben, auf ewiges Leben. Jetzt musst du nur noch sein Geschenk annehmen. Nimm diesen Karfreitag zum Anlass, Jesus dafür zu danken, dass er deinetwegen alles vollbracht hat. Die Würfel sind gefallen – jetzt bist Du am Zug!“

stol