Hansjörg Plattner, seit 2020 Präsident des Vereins Candimus Kuratorium Stiftsmuseum Innichen EO, erzählt im Interview von diesem ganz besonderen Kulturschatz.<BR /><BR /><b>Herr Hansjörg Plattner, mit den aktuellen Feierlichkeiten wird viel mehr als allein eine Einrichtung gewürdigt.</b><BR />Hansjörg Plattner: Ziel der Jubiläumsfeier ist es, zum einen Danke zu sagen, all jenen, die das Museum geschaffen, es Jahre lang mit Herzblut betreut haben. Zum anderen den Stellenwert in Erinnerung zu rufen, dessen, was in Innichen entstanden ist und heute noch bewundert werden kann und den neuen musealen Weg aufzuzeigen. Schließlich um Bitte zu sagen, für die Unterstützung, die Zusammenarbeit, das Interesse an diesem besonderen Schatz. Auf dass er Innichen und den Innichner lange erhalten bleibe.<BR /><BR /><b>Welche Bestrebung stand hinter der Gründung des Stiftsmuseums von Innichen vor 40 Jahren?</b><BR />Plattner: Die Gründung des Stiftsmuseums vor 40 Jahren geht auf den damaligen Stiftpropst Hans Huber zurück. Dieser hatte den Innichner Historiker Egon Kühebacher bereits 1973 beauftragt, den sogenannten Kornkasten, das älteste Haus in Innichen, ein Kapitelhaus, zu sanieren und dort ein Museum einzurichten. Ein paar Jahre zuvor, 1969, war die Stiftskirche saniert worden. Dabei wurden einige spätere Einbauten herausgenommen, z.B. der neue Tabernakel, für die ein neuer Platz gefunden werden musste. Die Bücher der Bibliothek und Akten des Archivs mussten geordnet und fachgerecht aufbewahrt werden. Für Huber und Kühebacher war klar, dass diese Objekte in Innichen bleiben, dort in einem Museum aufbewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten.<BR /><BR /><b>Wie war der Werdegang dieser Einrichtung in den vergangenen 4 Jahrzehnten?</b><BR />Plattner: 1981 war der Kornkasten saniert, 2 Jahre später konnte das Museum eröffnet werden. Später wurde der Dachboden ausgebaut und so zusätzlicher Platz für Vitrinen geschaffen. 2007 kam als zweites Museumsstandbein ein Trakt des Franziskanerklosters hinzu. Es ergab sich so die Möglichkeit die alten Akten besser unterzubringen und zusätzliche Sammlungen wie das Gemeindemuseum (barocke Volkskultur) und das Römermuseum (Fundstücke aus der Zeit als Innichen eine römische Straßenstation war) dem Publikum zugänglich zu machen. Leider ist der Mietvertrag mit den Franziskanern inzwischen ausgelaufen, diese zusätzlichen Museumsräume mussten abgetreten werden, ein Teil der Römersammlung wird nun im Kornkasten gezeigt.<BR /><BR /><b>Welche sind Ihrer Ansicht nach die größten Schätze, die das Stiftsmuseum birgt?</b><BR />Plattner: Das Stiftsmuseum umfasst neben dem denkmalgeschützten Gebäude, den Domschatz, die Bibliothek und das Archiv. Die wertvollsten Stücke sind der Kornkasten aus dem 10. Jahrhundert, der um 1600 ausgemalte Kapitelsaal, mehrere Reliquienbehältnisse, darunter eines in Form eines Kreuzes aus Bergkristall, mehrere Kleidungsstücke, darunter ein Priesterumhang aus dem 14 Jahrhundert. Im Archiv befinden sich Dokumente die bis auf die Anfänge des Stiftes im 8. Jahrhundert zurückgehen. Einzigartig in der Bibliothek ist die Sammlung an Schriften von Raimundus Lullus, ein Theologe und Philosoph aus dem 13. Jahrhundert, der mit seinem Denken und Schriften seiner Zeit weit voraus war. Das bezeugt, dass das Stiftskapitel Innichen einst ein wichtiges religiöses Zentrum aber auch ein wichtiges geistiges, alternativ denkendes Zentrum war.<BR /><BR /><b>Welche Ziele verfolgt das Candimus Kuratorium Stiftsmuseum Innichen mittel- und langfristig?</b><BR />Plattner: Zum Jubiläum haben wir unser Logo erneuert und auch den Namen abgeändert. Aus dem Stiftsmuseum wird das MIK, das Museum im Kapitel. Kapitel steht für die Gemeinschaft der Chorherren, ihr Gemeinwesen, religiös, gesellschaftlich, ökonomisch. Kapitel umfasst das ganze Leben, das Museum ist mitten drin. Das MIK soll ein lebendiger Ort der Interaktion werden, ein Ineinandergreifen von Altem und Aktuellem, Rück- und Ausblick. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />