Die Gründe für die Nachwuchsprobleme sind vielfältig: Weite Anfahrten zu den Höfen, unregelmäßige Einsatzzeiten und anspruchsvolle Arbeit bei Wind und Wetter machen den Beruf wenig attraktiv. Ein verlässlicher tierärztlicher Dienst ist jedoch sowohl für Kleintierpraxen als auch für landwirtschaftliche Betriebe unverzichtbar.<h3> Beruf wird immer weiblicher</h3>Dr. Franz Hintner, Präsident der Südtiroler Tierärztekammer, sieht die Ursachen klar: „Wenn der Bauer ruft, heißt es, sofort einsatzbereit sein – bei Wind, Regen oder Schnee, zu jeder Tages- und Nachtzeit.“ Die heute oft geforderte Work-Life-Balance sei für Nutztierpraktiker schlicht nicht umsetzbar. Hinzu kommt: Der Beruf wird zunehmend weiblich. Viele Frauen entscheiden sich jedoch eher für die Arbeit mit Hund, Katz und Maus in Kleintierpraxen. <h3> Sockelbeitrag des Landes gefordert</h3> Eine weitere Herausforderung ergänzt der Obmann des Südtiroler Bauernbundes (SBB), Daniel Gasser: „Wie in vielen anderen Branchen ist leider nicht gesichert, dass Absolventen nach Südtirol zurückkehren.“ Aufgrund besserer Verdienstmöglichkeiten entscheiden sich viele dringend benötigte Fachkräfte dann doch für Karrierewege in Bayern oder Österreich – ein Trend, der nach Ansicht von Dr. Hintner die Viehzucht zunehmend gefährde. „Kein Bauer kann die An- und Rückfahrt sowie die Behandlungskosten alleine tragen, gleichzeitig kann ein Nutztierpraktiker nicht allein von den bezahlten Leistungen leben“, so Hintner. Ähnlich wie bei Hausärzten sei daher ein Sockelbeitrag des Landes notwendig. Nur mit einer solchen Unterstützung ließe sich die tiermedizinische Versorgung langfristig sichern.<h3> Bauernbund unterstützt angehende Studenten</h3>Der Fachkräftemangel betrifft längst nicht nur einzelne Bergregionen, sondern zieht sich durch ganz Südtirol und sogar ganz Europa. „Es fehlt sowohl an Amtstierärzten als auch an Tierärzten in den landwirtschaftlichen Betrieben“, so Gasser. Auch wenn entlegene Gegenden aufgrund langer Fahrtwege sicherlich stärker betroffen seien, ziehe sich das Problem durchs ganze Land.<BR /><BR />Um dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken, unterstützt der Südtiroler Bauernbund daher nun gezielt junge Menschen, die Veterinärmedizin studieren möchten. Konkret übernimmt der SBB die Kosten für einen Vorbereitungskurs auf die Aufnahmeprüfung an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. <BR /><BR />Interessierte können sich ab sofort telefonisch (0471/999 335) oder per E-Mail (weiterbildung@sbb.it) bei der Bauernbund-Weiterbildungsgenossenschaft melden. Anmeldeschluss ist der 31. Dezember.