Luca Spada trat in der Sendung „1Mattina News“ auf Rai 1 auf. Das Interview fand vor dem Hintergrund des Gerichtsgebäudes von Forlì statt. Dort bittet Spada seit Tagen darum, das Gebäude betreten zu dürfen, um angehört zu werden und seine eigene Version der Ereignisse darlegen zu können. Bei dem Interview war auch seine Anwältin Gloria Parigi anwesend.<BR /><BR />„Sie stellen mich alle als Monster dar, aber ein Monster bin ich nicht. Zunächst dachte ich, dass sich die Sache so schnell wie möglich von selbst erledigen würde. Doch die Angelegenheit wird allmählich sehr belastend“, sagte Spada.<BR /><BR />Er betonte erneut seine Unschuld und bestritt, den Fahrersitz absichtlich verlassen zu haben, um sich zu den Patienten nach hinten zu setzen. „Allenfalls wechseln wir uns während der Schicht einmal ab, um dem Fahrer eine kurze Pause zu ermöglichen, aber das war nie meine Absicht“, erklärte er.<BR /><BR />Anschließend ergriff auch Anwältin Parigi das Wort. „Wir befinden uns noch in einer frühen Phase der Ermittlungen, und bisher liegen uns nicht einmal Akten vor, die das Verhalten beschreiben, das zu den Todesfällen geführt haben soll. Spada hat von Anfang an mit der Staatsanwaltschaft zusammengearbeitet“, sagte sie.<h3> Kollegen werden befragt</h3>Indes wurden auch Kollegen von Spada als Zeugen vernommen. Mehrere von ihnen wurden von den Staatsanwälten im Rahmen sogenannter SIT (sommarie informazioni testimoniali) angehört. Dabei handelt es sich um zusammenfassende Zeugenaussagen, die im italienischen Strafprozessrecht vorgesehen sind. Diese Informationen werden von der Kriminalpolizei während der Vorermittlungen von Personen aufgenommen, die „nützliche Umstände schildern können“.<BR /><BR />Zwar handelt es sich dabei nicht um eigentliche Beweismittel, dennoch stellen solche Aussagen wichtige Quellen und starke Ermittlungsinstrumente dar, um eine Untersuchung in eine bestimmte Richtung zu lenken.<BR /><BR />Nach Angaben der Ermittler lässt sich der Inhalt der Zeugenaussagen im Wesentlichen so zusammenfassen: „Spada hat ein angespanntes Arbeitsumfeld geschaffen, er hat mehrere Konflikte ausgelöst, und außerdem passieren seltsame Dinge, wenn er im Krankenwagen ist.“<h3> Angehörige eines weiteren Verstorbenen prüfen Anzeige</h3>Die Töchter eines älteren Mannes, der am 13. Oktober in einer Pflegeeinrichtung in der Kleinstadt Santa Sofia gestorben ist, prüfen derzeit eine Anzeige. Sie wollen klären lassen, ob der Fall mit den Vorwürfen gegen Spada in Zusammenhang steht. Nach vorliegenden Informationen war der Patient in der Einrichtung untergebracht und sollte am 9. Oktober mit einem Krankenwagen zu einer Routinekontrolle ins Krankenhaus von Forlì gebracht werden. Der Transport erfolgte mit einem Rettungswagen, der von Spada gefahren worden sein soll. <BR /><BR />Kurz nach der Abfahrt aus der Einrichtung, rund zwei Kilometer von Santa Sofia entfernt, erlitt der Patient einen Herzstillstand. Ein Arzt wurde alarmiert und konnte den Mann wiederbeleben. Noch am selben Tag soll sich sein Gesundheitszustand jedoch zunehmend verschlechtert haben. Vier Tage später, am 13. Oktober, starb der Mann. Die Familie weiß derzeit nicht, ob dieser Todesfall zu den Fällen gehört, die Spada vorgeworfen werden. Sie prüft daher rechtliche Schritte, um dies zu klären. <BR /><BR />Die Todesfälle, die Luca Spada zur Last gelegt werden, sollen zwischen Februar und Sommer 2025 während Krankentransporten mit ihm an Bord erfolgt sein. Weitere drei verdächtige Todesfälle werden untersucht; die Leichen sollen exhumiert werden. <BR /><BR />Zudem werden mögliche Kontakte zwischen Spada und einem Bestattungsunternehmen geprüft. Das betroffene Unternehmen, Onoranze funebri Romagna, wies dies jedoch zurück. Spada sei lediglich ein Familienfreund, den man seit seiner Kindheit kenne, erklärte die Firma. Ein Arbeitsverhältnis habe es nicht gegeben. Spada befindet sich weiterhin auf freiem Fuß.