Montag, 06. Januar 2020

„Es wäre besser gewesen, ich wäre gestorben anstelle der anderen Menschen“

Der 27-jährige Unfallfahrer, der am Sonntag in eine Gruppe deutscher Skiurlauber gerast war und 6 junge Menschen getötete hatte (eine weitere junge Frau erlag am Montag ihren schweren Verletzungen), bereut nach Angaben seines Anwalts Alessandro Tonon das tödliche Unglück zutiefst.

Der Unfalllenker tötete bei seiner Fahrt 6 junge Menschen. - Foto: © APA/afp / PIERRE TEYSSOT

Alessandro Tonon sagte am Montag,der 27-Jährige sei sich bewusst, dass er vor der Fahrt getrunken habe. Aber als er den Wert von fast 2 Promille erfahren habe, sei er verwundert gewesen: Er habe sich nicht für so stark alkoholisiert gehalten. Alessandro Tonon ist nach eigenen Angaben Pflichtverteidiger des Mannes.



Sein Mandant habe ihm gesagt, er sei alleine im Unfallwagen gewesen.



Er und seine Freundin hätten sich getrennt. Das habe aber mit dem Unfall im Wintersportort Luttach nichts zu tun, betonte der Jurist. Der Unfallfahrer sitzt seit Montag im Gefängnis in Bozen. Er habe ihm ungefähr gesagt: „Es wäre besser gewesen, ich wäre gestorben anstelle der anderen Menschen.“

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln weiter zu den Umständen der Alkoholfahrt. Der Mann war mit seinem Audi TT in die Gruppe junger Skitouristen gerast. Dabei starben 6 Menschen im Alter von 22 und 23 Jahren, weitere 11 wurden teils schwerst verletzt. Eine junge Frau erlag am Montag im Krankenhaus von Innsbruck ihren schweren Verletzungen, eine weitere Person kämpft in Bozen weiter ums Überleben.

Alessandro Tonon sagte, er rechne mit einer Vernehmung durch einen Untersuchungsrichter Mitte der Woche.


apa/dpa/stol