Er habe den Eindruck, dass Geld vom Norden abgezogen werden solle, um im Süden Bauprojekte - vor allem die Brücke zwischen Kalabrien und Sizilien - zu realisieren. „Es scheint fast so, als ob die A22-Aktiengesellschaft gemolken werden soll“, so der Landeshauptmann. Vielleicht sei das auch nur eine Fehlinterpretation seitens eines Ministers oder eines Unterstaatssekretärs, aber „wir werden uns gemeinsam mit Trient sofort mit den zuständigen Ministerin in Rom unterhalten“, unterstrich Durnwalder. Denn: „Wir wollen, dass das Geld der A22 für die Querfinanzierung des Brennerbasistunnels verwendet wird.“ Angeblich soll die Brennerautobahn AG für eine Konzessionsverlängerung zwei Milliarden Euro an die ANAS vorab zahlen müssen. "Eine solche Zahlung würde eine weitere Querfinanzierung des BBT durch die Mauteinnahmen auf der Brennerautobahn unmöglich machen", so der Landeshauptmann. Die Nachricht hatte den Verwaltungsrat der A22 in Aufregung versetzt. Demnach ermächtigt das Finanzgesetz die ANAS, die Konzessionsverlängerung für drei Autobahnen – darunter die A22 – auf den 31. März vorzuverlegen und damit bis zu 2,6 Milliarden Euro – allein bis zu 1,8 Milliarden Euro von der A22 – zu erhalten. Damit könnten andere Verkehrsprojekte in Italien finanziert werden. Aber: „Wenn ein Vorschuss von zwei Milliarden Euro für die Vergabe der A22-Konzession zu zahlen ist, steht kein Geld mehr für die Querfinanzierung des BBT zur Verfügung”, erklärte Durnwalder. Dagegen wehre man sich, zumal das interministerielle Komitee zur Wirtschaftsplanung (CIPE) das Geld für den BBT und für die Zulaufstrecken bereits bewilligt habe.Er habe deshalb mit seinem Trentiner Amtskollege Lorenzo Dellai vereinbart, dringend bei Finanzminister Giulio Tremonti vorzusprechen. "Wir wollen in einem Gespräch klären, ob die Regierung weiter zu den internationalen Verträgen steht, die sie in Sachen BBT unterzeichnet hat und ob sie sich weiterhin zu BBT und Querfinanzierung bekennt", so der Landeshauptmann.Die 460 Millionen Euro der A22 für den BBT sieht Durnwalder nicht in Gefahr. „Dieses Geld gehört den Aktionären der A22 AG, es steht nicht zur Verfügung. Die Regierung kann uns dieses Geld nicht wegnehmen“, so der Landeshauptmann. Es liege allerdings im Ermessen der Regierung, das Geld, das die Brennerautobahn AG für die Querfinanzierung des BBT angespart habe, zu besteuern.rb/stol