Seit vielen Jahren arbeiten in allen vier Gesundheitsbezirken spezielle Fachambulanzen mit interdisziplinären Teams für die ambulante Betreuung von Essstörungen. Die schweren Verläufe im Kindes- und Jugendalter, die auch lebensbedrohlich werden können und einer stationären Aufnahme bedürfen, mussten aber bisher ins Ausland bzw. in andere Regionen überwiesen werden. Durch die Arbeit des landesweiten Referenzzentrums können fortan betroffene Kinder und Jugendliche, auch mit schwerer Ausprägung der Erkrankung, in Südtirol betreut werden und und ein vollständiges, abgestuftes Behandlungsprogramm durchlaufen.Essstörungen sind psychosomatische Erkrankungen mit Suchtcharakter; die Mortalitätsraten sein hoch, betont der Sanitätsbetrieb. Betroffen seien vor allem Mädchen und junge Frauen, vor allem im Alter zwischen 15 und 17 Jahren. Die erkrankten Jugendlichen würden jedoch immer jünger. "Die Behandlung dieser Erkrankungen ist aufwändig und langwierig, sie erfordert das Zusammenwirken mehrerer Berufsdisziplinen, wie Ärzten, Psychologen sowie den Verantwortlichen aus der Ernährungsberatung", unterstreicht der Sanitätsbetrieb.In Südtirol liegen noch keine genauen statistischen Erhebungen vor, jedoch seien Diät und Hungerverhalten, Erbrechen und Missbrauch von Abführmitteln im Sinne eines übersteigerten Schlankheitsideals in der Bevölkerung weit verbreitet.