„Der Grund lag im verloren gegangenen Vertrauen“, bringt es der Meraner Bürgermeister Günther Januth auf den Punkt. Gemeinsam mit seinem Bozner Amtskollegen Luigi Spagnolli (die Gemeinden sind zu gleichen Teilen an den Etschwerken beteiligt) war er an der Gesellschafterversammlung beteiligt.Bis zuletzt war unsicher, ob der Tagesordnungspunkt, der den Entzug des Mandates von Avolio vorsah, durchgezogen werden kann. Immer noch ist die Entfernung Avolios aus der Gesellschaft nämlich eine rechtlich heikle Angelegenheit. Dies sieht auch Spagnolli so und bestätigt, dass Günther Januth zwar für die Abberufung Avolios gewesen sei, sich bei der Abstimmung jedoch enthalten musste. Der Grund liegt darin, dass Januth keinen Gemeinderatsbeschluss vorweisen kann, zumal dies die Mehrheitsverhältnisse in Meran nicht zugelassen hatten. Diese Tatsache dürfte auch für Avolio selbst interessant werden, der gestern angekündigt hat, dass er sich nun die Protokolle zu seiner Abberufung genau ansehen werde und dann eine Klage gegen die Etschwerke AG und auch die beiden Bürgermeister in Erwägung ziehe.„Dass die Gemeinden vier Monate lang gebraucht haben, um mir meine Mandate zu entziehen, sagt viel aus“, meint Avolio. Er behalte sich rechtliche Schritte jedenfalls vor. Entbrannt war der Streit schon Ende des vergangenen Jahres, als die Repräsentationsspesen des ehemaligen Präsidenten Giuseppe Avolio öffentlich bekannt wurden. Sowohl Bozen als auch Meran zeigten sich über 43.000 Euro, die Avolio seit Juli 2007 als Restaurant- und Hotelspesen abgerechnet hatte, empört. Auch die Rechnungsprüfer hatten Avolio letztlich einen wenig schmeichelhaften Bericht ausgestellt. Unter anderem habe Avolio nämlich für 22.000 Euro Spesen keinen Beleg vorlegen können. Wegen dieses Umgangs mit den Geldmitteln wurde auf der Versammlung nun auch angeregt, eine zivilrechtliche Klage gegen Avolio einzureichen und damit eventuell Schadenersatz zu erwirken. d/pir