Unterstützung erhalten die Obdachlosen unter anderem von den Ehrenamtlichen des Vereins „Bozen Solidale“: „Wir gehen davon aus, dass derzeit etwa 100 Personen im Freien schlafen“, sagt Federica Franchi, die Präsidentin des Vereins. Dieser kümmert sich unter anderem auch um Obdachlose.<BR /><BR /> „Wir bringen den Menschen auf der Straße Decken, Schlafsäcke und Zelte“, erklärt Franchi. Zusätzlich besorgt der Verein mithilfe von Spenden regelmäßig Lebensmittel und bringt sie den Bedürftigen. „Auch helfen wir diesen Menschen bei der Arbeitssuche“, berichtet Franchi.<BR /><h3> „Nur ein kleiner Teil will nicht ins Nachtquartier“</h3><BR />Laut der Präsidentin von „Bozen Solidale“ schläft nur ein kleiner Teil der 100 Obdachlosen freiwillig unter offenem Himmel. „Die Realität in den Winternachtquartieren ist nicht immer die beste. Einige Personen haben Angst, im Quartier bestohlen zu werden, weshalb sie sich dazu entscheiden, draußen zu schlafen“, unterstreicht Franchi. Der andere Teil der Obdachlosen befinde sich entweder auf der Warteliste oder erfülle die Kriterien nicht, um einen Platz im Nachtquartier zu erhalten.<BR /><BR /> „Die Bedürftigen haben meine Telefonnummer. Wenn es einen Bedarf gibt, reagieren wir darauf“, erläutert Franchi die übliche Vorgangsweise. Die täglichen Mahlzeiten erhalten die Obdachlosen im Tageszentrum beim Ex-Alimarket. „Dort können sie sich auch tagsüber aufhalten“, weiß Franchi. Sie fordert, „endlich auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen und ein temporäres Notfall-Zentrum zu eröffnen, so wie es in Trient seit Donnerstag bereits der Fall ist“, findet Franchi klare Worte.<BR /><h3> Grüne: „Gemeinde muss Zivilschutz aktivieren“</h3><BR />„Die Gemeinde muss den Zivilschutz sofort aktivieren, bevor in den kommenden Frostnächten jemand erfriert“, fordert der Bozner Gemeinderat Rudi Benedikter (Grüne). Vor dem Drususstadion solle ein beheiztes Zivilschutz-Zelt eingerichtet werden. Die Obdachlosen sollten – unabhängig, ob sie in eine Warteliste eingetragen seien, unabhängig von jeglicher Registrierung oder bürokratischen Voraussetzung – zudem Zugang zu den sanitären Anlagen des Stadions erhalten.