Jede Altersstufe habe ihre eigenen Sensibilitäten, und deshalb werde es für jede ein eigenes darauf abgestimmtes Schutzniveau geben. Von 13 bis 15 Jahren soll es nur „Mini-Konten“, die von Eltern eingerichtet und beaufsichtigt werden, mit begrenzten Funktionen und zeitlicher Einschränkung, geben. Für Jugendliche von 15 bis 18 Jahren sollen die Plattformen zu einem sicheren Design verpflichtet werden, so die siebenfache Mutter. „Wir müssen keine Funktionen hinnehmen, die süchtig machen. Wir müssen uns nicht damit abfinden, dass Kinder in immer extremere Inhalte hineingezogen werden.“<h3> „Kinder bräuchten Zeit, um sich selbst zu finden“</h3>Darum kehre die Kommission die Beweislast um: „Die Plattformen müssen beweisen, dass sie sicher sind. Es geht nämlich nicht darum, dass unsere Minderjährigen auf soziale Medien zugreifen. Es geht darum, wann und in welchem Ausmaß wir sozialen Medien den Zugang zu Minderjährigen erlauben.“ Kinder bräuchten Zeit, um sich selbst zu finden, mit anderen aufzuwachsen, sogar Zeit, sich zu langweilen. Kinder müssten reden, zustimmen, widersprechen, sich eine Meinung bilden und sie wieder ändern - mit einem Smartphone sei dies alles weg.<BR /><BR />Im Juli hatte die Kommissionschefin zusammen mit einem Expertengremium einen Bericht mit Empfehlungen zur geplanten Einführung eines Mindestalters für soziale Netzwerke präsentiert. Der Bericht empfahl für Kinder bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres gar keine Bildschirmzeit. Im Kindesalter bis zur Vorpubertät (drei bis zwölf Jahre) sollten Kinder ausschließlich elterlich kontrollierten oder pädagogisch angeleiteten, zeitlich begrenzten Zugang zu Social-Media-Angeboten und internetfähigen Endgeräten haben.<h3> Europäische App zur Altersverifizierung</h3>Laut dem deutschen Kinder- und Jugendpsychiater und Professor Jörg M. Fegert – einer der Autoren des Berichts – ist die Autonomieentwicklung eine zentrale Entwicklungsaufgabe des Jugendalters. Deshalb sollten 13- bis 18-Jährige zunehmend selbstständig Zugang zu altersentsprechenden Social-Media-Angeboten haben. Die Experten empfahlen die EU-weite harmonisierte Einführung einer Zugangsbeschränkung zu Social Media für Kinder unter 13 Jahren.<BR /><BR />Mit einer europäischen App zur Altersverifizierung können Nutzer ihr Alter beim Zugriff auf Online-Plattformen nachweisen. Die App funktioniert laut Kommission folgendermaßen: Sie wird heruntergeladen, mit dem Reisepass oder Personalausweis eingerichtet und dient dann beim Zugriff auf Online-Dienste als Altersnachweis. Das soll Datenschutz garantieren und die Weitergabe persönlicher Daten nicht nötig machen. Die EU-Staaten könnten die EU-Vorgabe als eigenständige App veröffentlichen oder in die europäischen digitalen Identitäts-Wallets integrieren, die sie bis Ende des Jahres bereitstellen sollen.