Dienstag, 30. Oktober 2018

EU will 50 Prozent weniger Verkehrstote bis 2030

Zum Abschluss des zweitägigen Treffens in Graz haben sich die EU-Verkehrsminister mit der Sicherheit im Straßenverkehr beschäftigt: Verkehrskommissarin Violeta Bulc schilderte, dass bereits bis zum Jahr 2030 eine Reduktion der Zahl der im Straßenverkehr Getöteten und Schwerverletzten um 50 Prozent das Ziel sei.

EU-Verkehrskommissarin Violetta Bulc in Graz. - Foto: APA
EU-Verkehrskommissarin Violetta Bulc in Graz. - Foto: APA

Bulc erklärte aber auch, dass in Vorzeigeländern, die bisher sinkende Todeszahlen im Straßenverkehr hatten, zuletzt oftmals stagnierende Zahlen vorliegen. Sie meinte daher, dass Verbesserungen allein nicht ausreichen: „Wir brauchen einen Paradigmenwechsel, um dem ‚stillen Killer‘ zu begegnen.” Der Anspruch richte sich daher an Fahrzeuge, Infrastruktur, das Verhalten des Fahrers und auch das Funktionieren der Rettungskette.

Im dritten Mobilitätspaket der EU-Kommission ist eine Vielzahl an Maßnahmen enthalten, durch die Unfallfolgen gemindert werden sollen. Kommissarin Bulc gab den EU-Verkehrsministern den Rat, die Maßnahmen auch auf Bundesstraßen auszuweiten, zumal sich im EU-Schnitt 39 Prozent aller tödlichen Unfälle dort ereignen - auf Autobahnen passieren vergleichsweise „nur” neun Prozent aller Unfälle mit Todesfolge. 16 neue Charakteristika in der Fahrzeugsicherheit sind ebenfalls in dem Mobilitätspaket enthalten. Sie sollen aus Sicht der EU-Kommission kosteneffizient und absolut machbar sein, um den Schutz der Fahrzeuginsassen erheblich zu verbessern.

Bulc sprach auch das Thema E-Bikes an: Diese teilen bisher die Radwege mit anderen Radfahrern, die elektrisch unterstützten Biker seien aber viel schneller unterwegs. Das berge ein Sicherheitsrisiko. Eine Teilung der Radwege stehe daher im Raum - ebenso wie das Befahren der Straßen durch E-Bikes, jedoch mit besserer technischer Sicherheitsausstattung.

Österreichs Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) sieht im autonomen Fahren eine große Chance für mehr Sicherheit im Verkehr: „Die Straßen werden sicherer, wenn menschliche Ursachen ausgeschlossen sind.” Derzeit sind mehr als 90 Prozent der Unfälle auf menschliches Versagen zurückzuführen. Hofer hob hervor, dass zwar das Fahren unter Alkoholeinfluss im Vergleich zu seiner Jugend weniger geworden sei, dafür aber heute immer öfter Lenker unter Drogeneinfluss unterwegs oder vom Smartphone abgelenkt sind: „Der Blick auf das Handy kann tödlich sein.” Angesprochen auf seine Tempo-140-Versuchsstrecken appellierte der Minister an die Selbstverantwortung der Lenker, die bei schlechter Witterung langsamer fahren müssten. Für ihn gehe es in punkto Verkehrssicherheit um verbesserte Infrastruktur und mehr technische Sicherheit bei Fahrzeugen. So soll etwa der Abbiegeassistent nach deutschem Vorbild noch stärker diskutiert werden.

apa

stol