Die EURAC nimmt als interdisziplinäres Kompetenzzentrum für Berggebietsforschung am Vorprogramm des Gipfels teil und veranstaltet vor Ort in Rio einen Workshop zum wechselseitigen Einfluss zwischen Mensch und Umwelt. Wie verändern sich die Alpen?Die Ökologen, Klimaforscher, Ingenieure, Biologen und Wirtschaftsgeographen des Forschungsbereichs „Berg” an der EURAC untersuchen in ihren Forschungsprojekten, wie sich das Leben und Wirtschaften des Menschen in Berggebieten auf Umwelt und Gesellschaft auswirkt. „Wir untersuchen Ökosysteme, Auswirkungen des Klimawandels, Wasserqualität, Entwicklungen in der Landwirtschaft, aber auch wie sich Veränderungen in Tourismus und Mobilität auf unsere Umwelt und Gesellschaft bzw. Wirtschaft auswirken“, erklären Marc Zebisch, Ulrike Tappeiner und Thomas Streifeneder, die den Forschungsbereich „Berg“ an der EURAC leiten.Die Veränderung der Alpen wird genau verfolgt: „Durch fortlaufendes Monitoring, also flächendeckende langfristige Beobachtung, können wir aktuelle sowie auch zukünftige Änderungen schnell erkennen – z.B. im Hinblick auf Naturgefahren oder den Klimawandel.“ EURAC mit Workshop in BrasilienAufgrund dieser Expertise hat das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) die EURAC als Partner mit ins Boot geholt und im Rahmen des Umweltgipfels Rio+20 einen gemeinsamen Workshop mit dem Thema „Berggebiete im Blick: Der Eingriff des Menschen auf die Landschaft“ organisiert, zusammen mit der Alpenkonvention als Mitorganisator. Ziel war es, sich über wissenschaftliche Modelle zur Beobachtung von Berggebieten auszutauschen, um untersuchen zu können, wie sich Umwelt, Landschaft und Sozioökonomie durch den Eingriff des Menschen verändern. Vertreten wird die EURAC in Rio in diesen Tagen von den beiden Experten im Bereich Berggebietsforschung und Umweltschutz Matthias Jurek und Giacomo Luciani. Beide sind im Repräsentanz-Büro der EURAC in Wien tätig.„Unsere Teilnahme in Rio bedeutet eine große Anerkennung für die Qualität unserer Forschungsarbeit. Gleichzeitig haben wir die Möglichkeit, uns auf weltweiter Ebene als Kompetenzzentrum für Berggebietsfragen zu präsentieren“, betont Stephan Ortner, Direktor der EURAC. Die Berge schützenDem Thema „Berg“ wird beim Gipfeltreffen eine wichtige Rolle beigemessen. So enthält das Dokument, das in Rio in den kommenden Tagen unterschrieben wird, einen eigenen Absatz zu Berggebieten. Darin wird die globale Bedeutung der Berge unterstrichen und gleichzeitig die Wichtigkeit der regionalen Zusammenarbeit hervorgehoben, um sie zu schützen. Zudem wird gefordert, dass das Thema Berg in allen umweltpolitischen Entscheidungsprozessen berücksichtigt wird.