Donnerstag, 23. August 2018

Europäischer Windsatellit Aeolus in Umlaufbahn platziert

Der europäische Windsatellit Aeolus ist in der Nacht auf Donnerstag erfolgreich ins All gebracht worden. Eine Trägerrakete vom Typ Vega hob um 23.20 Uhr (Mitteleuropäischer Zeit) mit dem Satelliten vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana ab – rund 55 Minuten später wurde Aeolus planmäßig in einer 320 Kilometer von der Erde entfernten Umlaufbahn platziert, wie das Raumfahrtunternehmen Arianespace mitteilte.

Der Windsatellit Aeolus wurde in seine Umlaufbahn platziert (Symbolbild).
Der Windsatellit Aeolus wurde in seine Umlaufbahn platziert (Symbolbild). - Foto: © shutterstock

Ursprünglich war der Start bereits für Dienstag geplant. Wegen schlechter Wetterbedingungen musste dieser jedoch um 24 Stunden verschoben werden. Nach der Platzierung in der Umlaufbahn wird der Satellit zunächst einer Reihe von Tests unterzogen, erst dann beginnt die eigentliche Mission.

Der von Airbus gebaute und nach dem griechischen Windgott benannte Satellit soll im Auftrag der Europäischen Raumfahrtagentur ESA die Winde in der Erdatmosphäre messen. Ziel der Aeolus-Mission ist es, genauere Wettervorhersagen zu erstellen. Zudem soll Aeolus dazu beitragen, den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel besser zu verstehen. Aeolus soll nach Angaben der ESA „als erster Satellit täglich globale Windkomponentenprofile in Nahezu-Echtzeit“ bereitstellen. Der 1,4 Tonnen schwere Satellit ist mit einem Doppler-Lidar ausgerüstet – einem optischen Messgerät mit dem Namen Aladin. Aladin kann Windgeschwindigkeiten in unterschiedlichen Höhen messen.

Laser-Impulse in die Atmosphäre 

Das Gerät sendet Laser-Impulse durch die Atmosphäre und sammelt das zurückgestreute Licht mit einem Teleskop von 1,5 Metern Durchmesser. Die Spanne zwischen dem ausgehenden Impuls und dem zurückgestreuten Signal verweist auf die Windrichtung, die Geschwindigkeit des Windes und seine zurückgelegte Entfernung.

Bislang gibt es keine weltumspannenden Daten über die Winde, denn nicht überall auf der Erde finden wissenschaftliche Beobachtungen dazu statt. Insbesondere über tropische Winde gibt es sehr wenige Daten. Das soll sich mit Aeolus ändern. Der Satellit kann Daten auf der ganzen Erde sammeln, auch in abgelegenen Regionen, in denen es keine Wetterstationen gibt.

apa/afp

stol