<BR />Auf die Frage der Zeitung, ob sie alle 27 EU-Kommissare beim Namen kenne, antwortete Bauer klar: „Nein.“ Die Europaministerin forderte laut Vorabinformation, die aus ihrer Sicht „inflationäre Zahl“ der Kommissare zum politischen Thema zu machen: „27 EU-Länder bedeuten nicht automatisch, dass es auch 27 Kommissare samt Kabinetten, Stäben und Dienststellen geben muss. Mehrere Ressorts überschneiden sich, andere betreffen Aufgaben, die besser bei den Mitgliedstaaten aufgehoben wären.“<BR /><BR />„Wer Sparkurs verlangt, muss auch bei sich selbst sparen“<BR />„Wer von den Ländern einen Sparkurs verlangt, muss auch bei sich selbst sparen, und zwar am Kopf der Behörde“, so Bauer weiter. „Die EU-Kommission ist keine Beschäftigungsagentur. Deshalb sollten wir offen darüber diskutieren, ob Europa nicht auch mit deutlich weniger Kommissaren effizienter arbeiten könnte.“<BR /><BR />Die Idee einer verkleinerten, effizienteren EU-Kommission tauchte ursprünglich schon im Lissabon-Vertrag auf, scheiterte dann aber am Widerstand Irlands. 2013 beschlossen die Staats- und Regierungschefs deshalb eine unbefristete Ausnahmeregelung, wonach jedes Mitgliedsland weiterhin einen Kommissar in die EU-Behörde entsenden darf.<BR /><BR />Die mögliche Zahl der EU-Kommissare ist bereits im Lissabon-Vertrag, welcher 2009 in Kraft getreten ist, festgelegt: 18 Kommissare – das entspricht genau zwei Drittel der EU-Mitgliedstaaten. Der Vertrag sieht für den Fall einer Verkleinerung der EU-Kommission vor, dass sich die Mitgliedstaaten bei der Besetzung nach einem fairen Rotationssystem abwechseln, wobei große und kleine Länder gleich zu behandeln wären.