Mit der Liste soll die Aufmerksamkeit der Menschen geschärft werden, denn laut Europol könnten sich die meisten von ihnen irgendwo mitten in die Gesellschaft gemischt haben. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><b>Jan Marsalek</b><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="716888_image" /></div> <BR />Er ist wohl der prominenteste Name auf dieser Liste. Der Österreicher Jan Marsalek ist ehemaliges Vorstandsmitglied der Wirecard AG, eines mittlerweile insolventen deutschen Finanzdienstleistungsunternehmens. Marsalek gilt als Hauptverdächtiger der Bilanzfälschung bei der Wirecard AG. Dabei geht es um einen Betrag von knapp 2 Milliarden Euro. <BR />Zudem wird er seit 2020 international wegen milliardenschweren Bandenbetrugs, Börsenmanipulation sowie anderer Wirtschafts- und Vermögensdelikte gesucht. Marsalek hätte zudem gute Verbindungen zu russischen Organisationen in Libyen sowie zum russischen Geheimdienst unterhalten. Der 41-Jährige soll angeblich große Summen nach Dubai und Russland überwiesen haben. <BR />Nachdem der Skandal nach und nach an die Öffentlichkeit gelangte, wurde Marsalek von der Wirecard AG freigestellt. Anschließend wurde er kurz darauf noch einmal in seiner Geburtsstadt Wien gesehen, ehe sich seine Spur komplett verliert. Hinweisen von Investigativ-Journalisten zufolge ist er von Österreich aus nach Belarus geflohen, von wo aus ihm der russische Geheimdienst weiter nach Russland gebracht habe. Über seinen aktuellen Aufenthaltsort ist nichts bekannt.<BR /><BR /><BR /><b>Tibor Foco</b><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="716891_image" /></div> <BR />Der nächste Österreicher auf der Liste war bereits für Mord im Gefängnis – doch es gelang ihm zu fliehen. Tibor Theodor Foco wurde 1956 in Linz geboren und hat sich schon in frühen Jahren als Zuhälter einen schlechten Ruf erworben. Im März 1986 soll er angeblich die 23-jährige Prostituierte Elfriede Hochgatterer zuerst schwer misshandelt und anschließend erschossen haben. Bald wurde Foco vor Gericht gestellt und zu lebenslanger Haft verurteilt. <BR />Im April 1995 gelang es ihm, einen wohl lange gehegten Ausbruchsplan zu verwirklichen. Mit einem Motorrad konnte er sich dem erneuten Zugriff durch die Behörden entziehen. Seitdem gibt es zwar viele Gerüchte über den Ort seines Verbleibs, allerdings keine sicheren Anhaltspunkte. In der Zwischenzeit wurde der Mordfall neu aufgerollt, als Zweifel an der Schuld Focos aufkamen. Dem Österreicher wurde freies Geleit zugesichert, wenn er freiwillig zurückkehren und sich dem neuen Verfahren stellen würde. Tibor Foco ließ die Frist allerdings verstreichen und wird seitdem per internationalem Haftbefehl gesucht.<BR /><BR /><BR /><b>Abdul Mohammad Tukhi</b><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="716894_image" /></div> <BR />Für einige der Gesuchten, die von Europol gesucht werden, ist sogar eine Belohnung ausgeschrieben. Im Fall von Abdul Mohammad Tukhi beläuft sich diese auf 10.000 Euro – für Hinweise, die zu einer Festnahme führen. Der gebürtige Afghane steht im Verdacht, im November 2020 in München seine Ehefrau getötet zu haben. Anschließend habe er den Leichnam in der Wohnung unter einem Kinderbett versteckt. Tukhi ergriff anschließend die Flucht und setzte sich wohl ins Ausland ab.<BR /> Bei der Obduktion der Leiche wurde festgestellt, dass seine Ehefrau durch Stiche in den Oberkörper getötet wurde. Das Paar hatte 2 Söhne im Alter von 4 und 8 Jahren, die sich nun in Deutschland „im familiären Umfeld“ aufhalten. Zum Verbleib von Adbul Mohammad Tukhi gab es bisher knapp 40 Hinweise, die aber nicht zu einer Ergreifung des 42-Jährigen führten.<BR /><BR /><BR /><b>Giovanni Motisi, Matteo Messina Denaro und Edgardo Greco</b><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="716897_image" /></div> <BR />Seit 1998 gilt Giovanni Motisi aus Italien als flüchtig. „Il pacchione“, wie er auch genannt wird, gilt als einer der wichtigsten Köpfe der Cosa Nostra. Er wurde wegen vorsätzlicher Tötung und schwerer Körperverletzung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Motisi steht im Verdacht, an der Ermordung mehrerer Polizisten beteiligt zu sein. Besonders spektakulär war der Angriff, den Motisi zusammen mit 9 weiteren Mafia-Mitgliedern 1985 in Palermo durchgeführt hat. Dabei feuerten die Mafiosi mit Kalaschnikows hunderte Kugeln auf einen leitenden Ermittler und einem Mann aus dessen Begleitschutz.<BR /> Mit Matteo Messina Denaro und Edgardo Greco finden sich 2 weitere Italiener auf der „Most wanted“-Liste. Mafia-Boss Denaro wird u. a. wegen schwerer Körperverletzung und vorsätzlicher Tötung gesucht. Greco ist seit 2006 zur Fahndung ausgeschrieben und gilt als einer der gefährlichsten Killer der Ndrangheta. <BR /><BR /><BR /><b>Norbert Köhler</b><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="716900_image" /></div> <BR />Auch Drogenhändler finden sich auf der Liste von Europol. Einer davon ist der tschechische Staatsbürger Norbert Köhler. 2017 wurden in der spanischen Hauptstadt Madrid 212 Kilogramm Kokain in seinem Besitz gefunden. Köhler konnte untertauchen und wurde fortan wegen Drogenhandel und Besitz von psychotropen Stoffen gesucht. In Abwesenheit wurde er zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren verurteilt.<BR /> Doch Rauschgifthandel ist nicht der einzige Ausdruck von Köhlers krimineller Energie. In der Tschechischen Republik war er bereits Mitglied einer berüchtigten Bande. Er war mutmaßlich an 9 Raubfällen beteiligt und es besteht gegen ihn der Verdacht der Freiheitsberaubung, Entführung und Geiselnahme. Dabei sollen Köhler und andere Bandenmitglieder sich als Polizeistreife ausgegeben haben und ahnungslose Autofahrer angehalten haben. Anschließend haben sie sie verschleppt und erpresst, bis die eingeschüchterten Opfer ihnen Wertgegenstände und PINs ausgehändigt hatten.<BR /><BR /><BR /><b>Eva Zamecnikova</b><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="716903_image" /></div> <BR /><BR />Auf der aktuellen Liste befinden sich über 60 Männer und eine einzige Frau. Eva Zamecnikova aus der Slowakei wird von Europol wegen versuchtem Mord gesucht. Die 40-jährige Geschäftsfrau hatte 2014 bereits einen Mord in Auftrag gegeben, das Ziel: ihr eigener Ehemann. Allerdings schlug ihr Plan fehl, denn der angeheuerte Killer, dem Zamecnikova 50.000 Euro für den Auftrag zahlen wollten, ging zur Polizei und sagte anschließend als Kronzeuge gegen sie aus. <BR />Hintergrund waren neben dem familiären Drama auch finanzielle Aspekte. So wollte die Geschäftsfrau wohl das gesamte Haus für sich haben und laut Aussage des Kronzeugen „ihren Mann nicht mehr durchfüttern“. Der 40-Jährigen gelang aber die Flucht vor den Behörden und wurde seitdem nicht mehr gesehen. Die Polizei geht davon aus, dass sie sich irgendwo ein neues Leben aufgebaut hat und unbemerkt mitten innerhalb der Gesellschaft ihr neues Alltagsleben führt.<BR /><BR /><BR /><b>Franz Norman Volker</b><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="716906_image" /></div> <BR /><BR />Insgesamt 100.000 Euro sind von verschiedenen Institutionen und Behörden als Belohnung ausgeschrieben, für denjenigen, der zur Verhaftung des deutschen Franz Norman Volker beiträgt. Der mittlerweile 51-Jährige blickt auf eine beträchtliche Verbrecherlaufbahn zurück. Bereits in den 1990er-Jahren gehörte er einer Bande an, mit der er Zigaretten schmuggelte und Banken ausraubte.<BR /> Infolge eines Bandenkrieges war Volker an der Tötung zweier polnischer Männer beteiligt. Dabei warf er zuerst eine Handgranate in das Auto der Polen und erschoss anschließend einen der schwer verletzten Männer mit mehreren Kopfschüssen. <BR />Volker wurde von den Behörden geschnappt und verurteilt. Allerdings gelang ihm mithilfe seiner Frau die Flucht aus dem Gefängnis. Kurz darauf tötete er innerhalb kurzer Zeit 3 Wachleute. Mit seiner Frau floh er nach Portugal, wo er 1998 wiederum von den Behörden aufgespürt wurde. Die beiden landeten in einem portugiesischen Gefängnis, aus dem Volker wieder die Flucht gelang. Seine Frau saß die verbliebene Haftstrafe ab und ließ sich von ihm scheiden. Von Franz Norman Volker fehlt seit dieser erneuten Flucht im Jahr 1999 jede Spur. <BR /><BR /><b>Die gesamte „most wanted“-Liste von Europol finden Sie unter www.eumostwanted.eu</b><BR /><BR /><BR />