Spanische Staatsbürger sollen das Schiff als Erste verlassen. Sie sollen mit einem Regierungsflugzeug nach Madrid gebracht werden. Dabei werde sichergestellt, dass die Passagiere keinen Kontakt zur Öffentlichkeit hätten, hieß es. 30 Besatzungsmitglieder sollen an Bord bleiben, um das Schiff zur Desinfektion in die Niederlande zu steuern. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder seien nach weiterhin geltenden Informationen ohne Krankheitssymptome, sagte Spaniens Gesundheitsministerin Mónica García.<BR /><BR />Die Evakuierung soll nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums bis Montagnachmittag dauern. Das Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ war Sonntagfrüh vor der Küste der spanischen Kanaren-Insel in der Nähe des Hafens von Granadilla eingetroffen. Während der Reise durch den Südatlantik waren an Bord Infektionen mit dem Hantavirus ausgebrochen.<h3> Drei Tote</h3>Acht Menschen erkrankten, sechs davon nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nachweislich an dem Hantavirus, drei davon starben. Bei ihnen handelt es sich um ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine Frau aus Deutschland. <BR /><BR />Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien noch an Land angesteckt haben könnte.<h3> Alle Passagiere „Hochrisikokontakte“</h3>Die europäische Gesundheitsbehörde stufte am späten Samstagabend vorsorglich alle Passagiere als Hochrisikokontakte ein. Für die Allgemeinheit schätzt die WHO das Risiko als gering ein, für die Menschen an Bord jedoch als moderat. Zur Koordinierung des Einsatzes ist auch WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus nach Teneriffa gereist.<BR /><BR />Die „MV Hondius“ hatte am Mittwoch die Küste der Kapverden in Richtung Teneriffa verlassen. Zuvor hatten die WHO und die Europäische Union Spanien gebeten, die Evakuierung zu übernehmen. Auf dem Kreuzfahrtschiff sind Reisegäste und Besatzungsmitglieder aus 23 Ländern. Laut dem Außenministerium in Wien waren keine österreichischen Staatsbürger betroffen.