Donnerstag, 25. August 2016

EVZ: So umgehen Sie Gefahren beim Onlineshopping

Auf der Suche nach Schnäppchen bevorzugen viele Verbraucher den Online-Einkauf. Dabei kann es passieren, dass man eine gefälschte Ware erhält und dadurch eine Strafe für den Erwerb von Sachen verdächtiger Herkunft riskiert. Was ist in diesem Fall zu tun? Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) gibt nützliche Informationen.

Das EVZ zeigt, wie Sie unbekümmert im Internet einkaufen können.
Badge Local
Das EVZ zeigt, wie Sie unbekümmert im Internet einkaufen können. - Foto: © shutterstock

Generell rät das EVZ bei Einkäufen im Internet zur Vorsicht. Um die Gefahren zu umgehen und es gar nicht so weit kommen zu lassen, helfen folgende Tipps:

  • Seien Sie bei Internetseiten von sogenannten Outlets misstrauisch: Normalerweise verfügen die offiziellen Internetseiten über ein eigenes Fenster für Waren im Ausverkauf – die Outlets haben meist nichts mit der Originalmarke zu tun.
  • Seien Sie skeptisch bei zu günstigen Preisen: Kein Unternehmen verkauft seine Preise quasi zum Nulltarif.
  • Überprüfen Sie, ob der Verkäufer ein Impressum angibt – dazu ist er nämlich rechtlich verpflichtet.
  • Schauen Sie, etwa in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), ob Informationen zum Rechtsrücktritt, zur gesetzlichen und vertraglichen Garantie oder zur Zahlung angegeben sind.
  • Achtung: Die auf der Internetseite verwendete Sprache ist nicht unbedingt ein Hinweis darauf, wo sich der Rechtssitz des Unternehmens befindet.
  • Ist keine postalische Anschrift, sondern nur eine E-Mail-Adresse angegeben, sollten bei Ihnen die Alarmglocken läuten.
  • Vergleichen Sie die Daten: Jeder Produzent versucht sich zu schützen. Aus diesem Grund verfügen die Originalprodukte häufig über Antifälschungsmerkmale. Viele Unternehmen stellen daher auf ihrer Internetseite Suchmaschinen zu deren Überprüfung zur Verfügung.
  • Geben Sie das gewünschte Produkt und den Namen des Unternehmens in eine Suchmaschine ein: Möglicherweise warnen die Originalhersteller von Markenwaren vor Internetseiten, die Fälschungen vertreiben.
  • Vermeiden Sie Überweisungen und fragen Sie nach der Möglichkeit, mit Kreditkarte zu bezahlen: Sollte etwas schief gehen, haben Sie – dank des Chargeback – eine zusätzliche Möglichkeit, Ihr Geld zurückzuerhalten.

Haben Sie trotzdem aus Versehen eine gefälschte Ware bestellt, rät das EVZ zu folgenden einfachen Schritten:

  • Zunächst sollten Sie dem Onlineshop eine Beschwerde schicken. Darin schildern sie den Vorfall, legen Unterlagen bei, die die Fälschung belegen und verlangen die Rückerstattung des Kaufpreises.
  • Sollte eine gütliche Einigung nicht möglich sein oder das Unternehmen überhaupt nicht antworten, können Sie – soweit die Bezahlung mit Kreditkarte erfolgte – ein „Chargeback“-Verfahren einleiten, indem Sie sich an Ihre Bank wenden. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, mit dem Sie die Buchungen stornieren können. Der stornierte Betrag wird wieder auf Ihrem Konto gut geschrieben.
    Leider benutzen die Verbraucher bei ihren Online-Käufen häufig andere Zahlungsmittel wie „Skrill“, „Neteller“ oder „Moneygram“. Bei diesen ist jedoch Vorsicht geboten, da ein „Chargeback“ nicht möglich ist. Auch bei einer Banküberweisung ist zu beachten: Eine IBAN-Nummer muss nicht unbedingt einem Bankkonto entsprechen, sondern einer aufladbaren Karte zugeordnet sein; daher ist es mitunter unmöglich, den Verkäufer zu identifzieren.
  • Achtung: Es besteht das Risiko, dass Ihnen eine Strafe wegen des Erwerbs von Sachen verdächtiger Herkunft ins Haus flattert.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website des Europäischen Verbraucherzentrums oder telefonisch unter 0471 980939.

stol

stol