Die Tötung von bis zu 30 Klinik-Patienten hat ein ehemaliger Krankenpfleger vor Gericht gestanden.Der wegen Mordes angeklagte 38-Jährige sagte am Donnerstag im Landgericht Oldenburg, die Angaben des psychiatrischen Gutachters zu seinen Taten seien korrekt. Demnach spritzte der Mann etwa 90 Patienten im Klinikum Delmenhorst eine Überdosis eines Herzmedikaments – bis zu 30 Menschen starben daran.Der Gutachter Konstantin Karyofilis gab am Donnerstag einen detaillierten Einblick in die Gefühlslage des früheren Krankenpflegers. Der Angeklagte selbst wirkte dabei angespannt, er blickte auf seine Akten und blätterte im Gutachten.Aufmerksam lauschte er den Worten des Mannes, dem er sich seit Dezember mehrfach anvertraut hatte. Karyofilis hält den Ex-Pfleger für voll schuldfähig. Der Angeklagte soll sich kommende Woche näher vor Gericht äußern, ein Urteil könnte am 26. Februar fallen.Dem Gutachter zufolge gaben Notfälle, bei denen das Leben von Patienten auf dem Spiel stand, dem Pfleger einen besonderen Kick. Er konnte als zupackender Retter auftreten, bekam dafür Lob und Anerkennung. Das Gefühl etwas toll gemacht zu haben, habe über Tage angedauert, gab der Gutachter die Worte des Angeklagten wieder.Die Arbeit auf der Intensivstation habe ihn gleichzeitig sehr belastet. Er habe den Kontakt zu den Patienten verloren, diese nicht mehr als Menschen gesehen. Er habe unter Depressionen und Ängsten gelitten.dpa