Dienstag, 04. Dezember 2018

Ex-Südtirol-Aktivist Oberleiter stellt Gnadengesuch an Mattarella

Der ehemalige Südtirol-Aktivist Heinrich Oberleiter hat ein Gnadengesuch an den italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella gerichtet. Dies berichtete die Tageszeitung „Il Giornale di Brescia“ in ihrer Dienstagsausgabe. Der in Italien zweimal zu lebenslanger Haft verurteilte 77-Jährige lebt im bayerischen Gössenheim.

Staatspräsident Sergio Mattarella soll Heinrich Oberleiter begnadigen. - Foto: D/schuetzen.com/Efrem Oberlechner
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Staatspräsident Sergio Mattarella soll Heinrich Oberleiter begnadigen. - Foto: D/schuetzen.com/Efrem Oberlechner - Foto: © D

Wegen der Anschläge in der Feuernacht 1961, bei der rund 40 Strommasten gesprengt wurden, und wegen weiterer Attentate erhielten Oberleiter und andere „Pusterer Buam“ langjährige Haftstrafen. Oberleiter wurde ein Mord an einem Carabiniere vorgeworfen. Deswegen konnte der nach Österreich geflohene Oberleiter nicht mehr nach Südtirol einreisen.

1974 wurde er von einem Gericht in Brescia zu 16 Jahren Haft wegen eines Anschlags auf einen Zug im Jahr 1964 verurteilt. Die Oberstaatsanwaltschaft von Brescia muss jetzt dem Staatspräsidenten ein Urteil bezüglich des Gnadengesuchs liefern. Der Antrag wurde auf Druck der beiden Töchter Oberleiters eingereicht, die wegen des angeschlagenen Gesundheitszustands ihres Vaters besorgt sind. Weitere Appelle für seine Begnadigung waren in den vergangenen Jahren erfolglos geblieben.

Oberleiter veröffentlichte ein Buch mit dem Titel „Es gibt immer einen Weg“, in dem er seine Zeit als Untergrundkämpfer in Südtirol gegen die Italiener schildert.

Unter dem ehemaligen Präsidenten Oscar Luigi Scalfaro wurden 1998 vier ehemalige Südtirol-Aktivisten begnadigt: Heinrich Klier, Peter Matern, Wolfgang Pfaundler und Gerhard Pfeffer.

apa

stol