<b><BR />Herr Rier, wie geht es Ihnen?</b><BR />Norbert Rier: Sehr gut. Am Dienstag (heute; Anm. d. Red.) kann ich nach drei Wochen Reha wieder nach Hause. Sie hat mir sehr gutgetan, alles hat optimal funktioniert, und ich konnte wieder neue Kraft tanken. Das Kraft- und Ausdauertraining, auch im Wasser, war sehr hilfreich. Eigentlich wollte ich schon früher in die Rehabilitation, doch wegen einer Entzündung musste ich mich zunächst auskurieren.<BR /><BR /><b>Werden Sie dann bald wieder auf der Bühne stehen?</b><BR />Rier: Zu Hause muss ich mich in den nächsten Wochen schonen – darauf wird meine Frau Isabella sicherlich sehr achten. Ende Februar ist geplant, dass ich wieder auftreten werde: Die diesjährige Tour beginnt am 26. Februar in Hof in Franken, am Tag darauf sind wir in Friedrichshafen in Baden-Württemberg. Heuer haben wir etwa 70 Konzerttermine – wenn wir alle halbwegs fit sind, wird das schon zu schaffen sein.<BR /><BR /><b>Stimmt es, dass die Kastelruther Spatzen ihren Vertrag mit ihrer langjährigen Tonträgerfirma Koch Universal Music verlängert haben?</b><BR />Rier: Ja, das stimmt.<BR /><BR /><b>Bedeutet das, dass das 40. Kastelruther Spatzen-Fest im kommenden Oktober nicht das letzte sein wird, wie immer wieder vermutet wird?</b><BR />Rier: Ich denke schon, dass wir noch eine Weile weitermachen. Unser Albin Gross will ja überhaupt nicht nachgeben. Es hängt natürlich ganz davon ab, wie es uns gesundheitlich geht. Wir sind ja alle nicht mehr die Jüngsten. Nach meiner Herzoperation im Herbst habe ich meinen Bandkollegen ein Foto von mir mit Rollator und all den Schläuchen geschickt und dazugeschrieben: „Das ist die Zukunft der ‚Spatzen‘ auf dem Weg zur Bühne, wenn wir nicht nachgeben wollen“.<BR /><BR /><b>Sie wollen jetzt aber mehr auf sich achten?</b><BR />Rier: Ja, das werde ich. Eigentlich hatte ich mir das schon längst vorgenommen, aber ich bin ein Mensch, der nie „Nein“ sagen kann. Und weil wir „Spatzen“ alle gern auf der Bühne stehen, will man es halt jedem recht machen. Wir als Gruppe haben das große Glück, mit der Musik, die wir lieben, anderen Menschen Freude zu bereiten. Aber man sollte es natürlich nicht übertreiben.<BR /><BR /><b>Trainieren Sie schon ein wenig Ihre Stimme?</b><BR />Rier: Nein, eigentlich nicht, denn stimmlich läuft es gut. Und auch das Atmen klappt gut. In den drei Wochen in der Reha war ich im vierten Stock untergebracht und bin eigentlich nie mit dem Fahrstuhl gefahren – ich ging immer zu Fuß.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1227747_image" /></div> <BR /><b>Müssen Sie in der Reha auch Autogramme geben?</b><BR />Rier: Ja, die anderen Patienten in der Reha sowie die Besucher und das Personal kennen mich natürlich. Zum Glück hatte ich einige Autogrammkarten mitgenommen. Aufdringlich war aber niemand. Und Autogramme zu geben, gehört einfach dazu, das bin ich schon gewohnt.<BR /><BR /><b>Die Fans warten natürlich alle, dass Sie bald wieder auf die Bühne zurückkehren, aber Ihr Sohn Alexander hat Sie angeblich gut vertreten – so hört und liest man es jedenfalls?</b><BR />Rier: Alexander hat mich sogar sehr gut vertreten. Ich bin richtig stolz auf meinen Sohn. Die Fans waren zufrieden und begeistert. Und wenn er in der Tracht gesungen hat, erinnerte er an mich in jungen Jahren, als ich noch etwas schlanker war. Nach der Operation habe ich übrigens auch abgenommen, jetzt sind aber schon wieder einige Kilos dazugekommen. Es war beruhigend für mich, dass trotz meines Ausfalls alles gut geklappt hat. Und wenn ich es nicht schaffen sollte, muss Alexander halt wieder einspringen. Ich bin es gewohnt, den Leuten Mut zu machen – jetzt muss ich mir selbst gut zureden. Wichtig ist, dass alle gesund und zufrieden bleiben. Ich sage immer: Genieße den Augenblick und sei dankbar für alles, was man gehabt hat.<BR /><BR /><b>Interview: Florian Mair</b>