Das Schwurgericht in Palermo sah es als erwiesen an, dass Barreca mithilfe der Komplizen seine Ehefrau Antonella Salamone (41) sowie seine Söhne Kevin (16) und Emmanuel (5) nach tagelangen Misshandlungen töteten - im Wahn, die Familie von dämonischen Mächten zu befreien.<BR /><BR />Zehn Stunden berieten die Richter, bevor sie ihr Urteil verkündeten. <BR />Anders als von der Staatsanwaltschaft beantragt, erkannten sie bei Barreca keine verminderte Schuldfähigkeit an. Der Maurer habe gewusst, was er tat, urteilte das Gericht. Die Anklage hatte wegen eines psychiatrischen Gutachtens eine Hatstrafe von 30 Jahren beantragt.<BR /><BR />Nach Überzeugung des Gerichts folgte Barreca nicht nur den Anweisungen der beiden religiösen Fanatiker Fina und Carandente, sondern beteiligte sich aktiv an den Misshandlungen und Tötungen seiner Angehörigen. Die Angeklagten waren überzeugt, Antonella Salamone und die beiden Kinder seien vom Teufel besessen. Während der mehrtägigen Torturen starben zunächst die beiden Jungen, anschließend wurde auch die Mutter getötet. Ihr Leichnam wurde danach verbrannt.<h3> Auch Tochter im Visier</h3>Den Hinterbliebenen sprach das Gericht eine sofort vollstreckbare Entschädigung in Höhe von einer Million Euro zu. Im Gerichtssaal reagierten die Angehörigen der Opfer mit Tränen und Umarmungen. Trotz des Urteils, betonten sie, könne nichts Antonella, Kevin und Emmanuel je zurückbringen.<BR /><BR />In den Fall war auch die damals 17-jährige Tochter Miriam Barreca verwickelt. Sie war in einem Verfahren vor dem Jugendgericht von Palermo zunächst zu zwölf Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. In der Berufung wurde sie jedoch freigesprochen. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass sie unter massivem Zwang gehandelt habe und selbst Gefahr lief, Opfer der religiösen Wahnvorstellungen zu werden.<BR /><BR />Die Familie Barreca hatte Kontakt zu einem radikal-religiösen Umfeld aufgenommen. Dort lernten sie Sabrina Fina und Massimo Carandente kennen, die sich als von Gott berufene Exorzisten verstanden. Aus den gemeinsamen Ritualen entwickelte sich eine tödliche Gewaltspirale, die Italien weit über Sizilien hinaus erschütterte. Giovanni Barreca und seine Frau gehörten lange der evangelischen Gemeinde in Altavilla Milicia an, die sie bis zur Schließung während der Pandemie im Jahr<BR />2020 regelmäßig besuchten. Danach, so berichtete der Pastor der Kirche, habe er das Paar nie wieder gesehen. Barreca, der an einer psychischen Störung leiden soll, soll in den letzten Jahren zu einem religiösen Fanatiker geworden sein. Als „Soldat Gottes“, wie er sich auf seinen sozialen Profilen nannte, war er überzeugt, dass er die Aufgabe hatte, „für das Reich Gottes zu kämpfen“.<BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/suche/Exorzismus" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier mehr zu dieser furchtbaren Tat.</a>