Mittwoch, 17. Juni 2020

Experiment im terraXcube: Höhe und Atmung im Visier

Menschen, die in großer Höhe übernachten, erleben meist eine sogenannte periodische Atmung. Dabei wechseln sich kurze Atemstillstände mit Perioden verstärkter Atmung ab. Welche Auswirkungen eine solche Veränderung der Atmung auf den menschlichen Körper hat, erforscht künftig die Medizinische Universität Innsbruck zusammen mit Eurac Research in einer neuen Studie im terraXcube am NOI Techpark.

Im terraXcube werden die Probanden mehrere Nächte verbringen.
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Im terraXcube werden die Probanden mehrere Nächte verbringen. - Foto: © lpa
Im Rahmen des Projekts werden 16 freiwillige Versuchspersonen 2 Mal 3 Tage lang auf einer simulierten Höhe von 4000 Metern ü.d.M. verbringen. Bei einer der Übernachtungen wird die Atmung der Personen ohne ihr Wissen stimuliert, bei der zweiten Übernachtung wird die periodische Atmung zugelassen.

Nach dem Experiment werden die Forscher eine Reihe von physiologischen Messungen vornehmen. Anhand dieser Daten können sie dann Annahmen darüber äußern, welche Auswirkungen die periodische Atmung auf den menschlichen Körper hat.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Das Experiment erfolgt im Rahmen eines bilateralen Forschungsprojekts zwischen Bozen und Innsbruck und vom Land mit 242.000 Euro für die Jahre 2021 und 2022 finanziert. Geleitet wird es von Christoph Siebenmann (Institut für Alpine Notfallmedizin, Eurac Research) und Birgit Högl (Medizinischen Universität Innsbruck).

Wie berichtet, ermöglicht das 2018 unterzeichnete Abkommen des Landes Südtirol mit dem österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF), dass sich Südtiroler und österreichische Körperschaften zusammenschließen, um gemeinsam Forschungsprojekte zu realisieren.

Neue Erkenntnisse im Bereich der Schlaf- und Höhenmedizin

Laut Christoph Siebenmann vereint die Studie 2 komplexe Fachgebiete, die Schlaf- und die Höhenmedizin: „Sie erfordert weitreichende Fachkompetenz in beiden Gebieten.“

Die Zusammenarbeit zwischen dem Schlaflabor der Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Universität Innsbruck und dem Institut für Alpine Notfallmedizin von Eurac Research biete daher ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Studie. „Weder die Forschungsgruppe in Innsbruck noch die in Südtirol hätte dies alleine bewältigen können“, erklärt Siebenmann.

Auch Birgit Högl ist mit der Zusammenarbeit zufrieden: „Wir haben nun die Möglichkeit, unsere Forschungstätigkeit über den Einfluss von simulierter Höhe auf den Schlaf mit exzellenten Forschern und innovativen Technologien von Eurac Research deutlich zu erweitern und vertiefen.“

lpa

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