Freitag, 07. August 2020

Explosion durch „Fahrlässigkeit oder Eingreifen von außen“ ausgelöst

Wenige Tage nach der Explosionskatastrophe in Beirut hat Libanons Präsident Michel Aoun als Unglücksursache neben „Fahrlässigkeit“ auch ein „Eingreifen von außen“ ins Spiel gebracht. Forderungen nach einer internationalen Untersuchung wies er am Freitag aber zurück.

Libanons Präsident Michel Aoun (Bildmitte) geht den Ursachen für die Explosion nach.
Libanons Präsident Michel Aoun (Bildmitte) geht den Ursachen für die Explosion nach. - Foto: © APA/afp / -
Aoun äußerte sich am Freitag erstmals zu möglichen Unglücksursachen: Es sei möglich, dass die Explosionen durch „Fahrlässigkeit oder durch äußere Einwirkung, mit einer Rakete oder einer Bombe“, ausgelöst wurden, sagte er im Fernsehen.

Auf die Frage, ob er gegen eine internationale Untersuchung sei, antwortete Aoun mit „natürlich“. Eine solche Untersuchung würde „die Wahrheit verwässern“. Zuvor gab es bereits von mehreren Seiten Rufe nach einer internationalen Aufarbeitung der Katastrophe. So forderte Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron bei einem Besuch am Donnerstag in Beirut eine „transparente“ internationale Untersuchung.

Am Dienstagabend hatten 2 gewaltige Explosionen die libanesische Hauptstadt erschüttert. Nach jüngsten Angaben der Behörden wurden dabei mehr als 150 Menschen getötet und mehr als 5000 verletzt. Rund 300.000 Menschen wurden obdachlos. Dutzende Menschen werden weiterhin vermisst.

apa/afp