Mittwoch, 08. August 2018

Explosion in Bologna: Polizist als Held gefeiert

Nach der enormen Explosion in Bologna, bei der der 42-jährige Lkw-Fahrer sein Leben verlor, wird nun vor allem ein Polizist als Held gefeiert: Riccardo Muci brachte so lange Menschen in Sicherheit, bis er selbst von der Explosion erfasst wurde.

Der Polizist Riccardo Muci erhielt Besuch von Premier Giuseppe Conte. - Foto: Ansa
Der Polizist Riccardo Muci erhielt Besuch von Premier Giuseppe Conte. - Foto: Ansa

Der 31-jährige Riccardo Muci war einer der ersten Ordnungshüter vor Ort - und einer der ersten, der die Situation richtig einschätzte: Nachdem ein Tanklaster, beladen mit Flüssiggas, mit großer Wucht auf das Ende eines Lkw-Staus auf der Autobahn bei Bologna aufgefahren und in Brand geraten war (STOL hat berichtet), reagierte der Polizist genau richtig.

20 Meter durch die Luft geschleudert

Er stieg umgehend aus dem Auto aus und begann, Menschen aus der Gefahrenzone zu schaffen, wohl wissend, dass eine Explosion unmittelbar bevorstand.

Während er selbst Verletzten auf der Autobahn half, rief er Passanten in der Nähe der Autobahn zu, das Weite zu suchen. Nur kurz darauf explodierte der Tanklaster, Muci selbst wurde von der Druckwelle erfasst und 20 Meter weit durch die Luft geschleudert.

Der Polizist aus Copertino erlitt schwere Verbrennungen am Körper, mittlerweile ist er jedoch außer Lebensgefahr. Insgesamt wurden 145 Personen bei dem Unfall verletzt, darunter 4 schwer.

Am Dienstag erhielt Muci Besuch von Premierminister Giuseppe Conte, der ihm seine Dankbarkeit aussprach.

Gaslastwagen-Fahrer eingeschlafen?

Indessen wird weiterhin nach der Unfallursache gesucht. 

Bei dem Toten handelt es sich um den 42-jährigen Lkw-Fahrer Andrea Anzoli aus Noventa Vicentina. Er fuhr einen mit Flüssiggas beladenen Lkw einer Speditionsfirma von Lonigo in der Provinz Vicenza.

Anzoli hatte jahrelange Erfahrung im Transport von leicht entflammbaren Gütern. Er wird für die Karambolage verantwortlich gemacht, die die Explosionsserie in Gang gesetzt hat. Anzoli könnte am Steuer eingeschlafen sein und somit die Karambolage ausgelöst haben. Auch Zerstreutheit wird nicht ausgeschlossen.

Auf Bildern einer Überwachungskamera, die die Polizei veröffentlichte, ist zu erkennen, dass der Tanklastwagen ungebremst auf einen stehenden Lkw aufgefahren war.

Wiederaufbau dürfte 5 Monate dauern

Angesichts des Unfallhergangs und der damit verbundenen Risiken „können wir davon ausgehen, dass wir Glück gehabt haben“, sagte der Premier. Die Behörden sprachen von Schäden in Millionenhöhe.

Neben der eingestürzten Autobahnbrücke seien mehrere Gebäude schwer beschädigt worden. Wiederaufbau der Brücke und Beseitigung aller Schäden dürften mindestens 5 Monate in Anspruch nehmen.

Indes ist der Verkehr auf dem betroffenen Autobahnteilstück wieder angerollt. Nach einer Reihe von Sicherheitstests wurde die Strecke freigegeben.

stol/liz/apa

stol