Dienstag, 24. September 2019

Explosion in Nordtirol: Angebohrte Gasleitung offenbar Ursache

Nach der Explosion in einem Supermarkt in St. Jodok am Brenner (Bezirk Innsbruck-Land) am Montagvormittag, bei dem eine Frau verschüttet und elf Personen verletzt worden waren, steht die Ursache offenbar fest: Eine angebohrte Gasleitung habe letztlich zur Explosion geführt, hieß es von der Polizei Dienstagfrüh gegenüber dem ORF Tirol.

Ein Diensthund soll die Leiche der Vermissten aufgespürt haben Foto: APA (ZEITUNGSFOTO.AT)
Ein Diensthund soll die Leiche der Vermissten aufgespürt haben Foto: APA (ZEITUNGSFOTO.AT)

Die Gasleitung sei am späten Montagabend freigelegt worden. Man habe die Stelle gefunden, an der sich der Bohrkopf bei durchgeführten Bohrungen befunden hat, hieß es. In einem Nachbarhaus sollte ein neuer Gasanschluss gelegt werden.

Die Suche nach der vermissten, verschütteten 91-jährigen Bewohnerin war kurz nach Mitternacht vorerst eingestellt worden und soll am Dienstag fortgesetzt werden. In dem Bereich, in dem die Frau unter den Trümmern vermutet worden war, hatte man nichts gefunden. Sie dürfte keine Überlebenschance mehr haben.

Zu der Explosion war es gegen 11.20 Uhr gekommen. Kurz darauf stand bereits das gesamte Gebäude in Vollbrand. 11 Personen wurden verletzt, eine davon schwer. In Lebensgefahr befand sich niemand. Die Verletzten wurden in die Innsbrucker Klinik und in das Krankenhaus Hall in Tirol eingeliefert.

Tigas zu den Explosionshintergründen:

Der Energieversorger Tigas bestätigt, dass eine Gasleitung durch Bohrungen beschädigt worden war. Nahe der Unglücksstelle seien Bohrarbeiten durch ein von der Tigas beauftragtes Spezialbauunternehmen für eine Bachquerung zur Vorbereitung des Baus einer Gasleitung durchgeführt worden.

Derzeit sei davon auszugehen, dass die elektronisch überwachte Tiefenbohrung aus „noch nicht geklärter Ursache vom vorgesehenen Trassenverlauf abgewichen ist“, so das Unternehmen in einer Aussendung. Unklar sei zudem noch, wie das aus der beschädigten Gasleitung ausgeströmte Gas in das Gebäude, in dem sich der Supermarkt befand, eingedrungen ist. Dieses sei nicht an das Gasnetz angeschlossen. Entsprechende Untersuchungen würden laufen, berichtete das Unternehmen, das von einer „noch nicht restlos geklärten Ursache“ für die Explosion sprach.

Das in St. Jodok betriebene Leitungssystem verfüge jedenfalls über höchste und modernste Sicherheitsstandards und werde entsprechend den geltenden Vorschriften laufend gewartet und geprüft, wurde betont: „Ein Zusammenhang mit dem Betrieb des Leitungssystems kann nach den gegebenen Umständen daher ausgeschlossen werden“. Die Tigas werde die Gemeinde bei ihren Maßnahmen für alle Betroffenen unterstützen und entsprechende Überbrückungshilfen bereitstellen.

apa

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stol