Donnerstag, 11. März 2021

Extra-Impfstoff der EU für Südtirol

Hilferuf erhört: Über ein EU-Paket liefert Pfizer in den nächsten 2 Wochen 532.000 Dosen Zusatz-Impfstoff zur Eindämmung der Covid-Mutationen in Grenzregionen nach Italien. Landeshauptmann Kompatscher hat bereits gestern bei Gesundheitsminister Speranza „Anspruch“ angemeldet. Dieser sei hoch. „Denn wir haben eine doppelte Begründung: Grenzregion und Mutation.“

Auf Italien entfallen von den 4 Millionen Zusatzdosen 532.000. Würden diese wie sonst aufs ganze Staatsgebiet verteilt, bekäme Südtirol mit seinem Bevölkerungsanteil von 0,8 Prozent nur rund 5000 davon ab. Zumal es aber explizit um Grenzregionen geht, ist mit mehr zu rechnen.
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Auf Italien entfallen von den 4 Millionen Zusatzdosen 532.000. Würden diese wie sonst aufs ganze Staatsgebiet verteilt, bekäme Südtirol mit seinem Bevölkerungsanteil von 0,8 Prozent nur rund 5000 davon ab. Zumal es aber explizit um Grenzregionen geht, ist mit mehr zu rechnen. - Foto: © APA/afp / MANDEL NGAN
Die gute Nachricht kam gestern um 15 Uhr aus Brüssel. Demnach werden die Hersteller BioNtech/Pfizer in den nächsten beiden Wochen 4 Millionen Dosen Corona-Impfstoff zusätzlich an die EU liefern. Das Zusatzpaket wurde ausgehandelt, um gezielt Hotspots zu impfen und die Ausbreitung der gefürchteten Virus-Mutationen zu bremsen. „Durch die gezielte Nutzung dort, wo sie am meisten gebraucht werden, vor allem in den Grenzregionen, werden diese Dosen helfen, die Bewegungsfreiheit von Waren und Menschen zu sichern oder wiederherzustellen“, betont EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Explizit erwähnt wird Südtirol. In Regionen wie Nizza, Moselle in Frankreich, das Bundesland Tirol und für Italien eben Südtirol seien die Krankenhausaufenthalte in den letzten Wochen stark angestiegen sei. Dies habe angrenzende Mitgliedstaaten dazu gebracht, von der EU als zu streng kritisierte Grenzkontrollen und Einreisebeschränkungen einzuführen.

Auf Italien entfallen von den 4 Millionen Zusatzdosen 532.000. Würden diese wie sonst aufs ganze Staatsgebiet verteilt, bekäme Südtirol mit seinem Bevölkerungsanteil von 0,8 Prozent nur rund 5000 davon ab. Zumal es aber explizit um Grenzregionen geht, ist mit mehr zu rechnen.

In einem Telefongespräch mit Gesundheitsminister Roberto Speranza hat Landeshauptmann Arno Kompatscher gestern umgehend „Anspruch“ angemeldet. Die Regierung will nun Kriterien für die Zuteilung definieren. „Wir haben aber auf jeden Fall eine doppelte Begründung: Grenzregion und Mutationen“, so Kompatscher. Wie hoch der von Südtirol gestellte Anspruch sei, lässt er offen. Nur so viel: Dieser sei „hoch“.

Erfreut, dass „Südtirols Hilferufe in Brüssel gehört wurden“, zeigt sich Landesrat Widmann. Alle Experten hätten „Riesenangst“ vor den Mutationen. Auch er beziffert Südtirols Anspruch angesichts bevorstehender Verhandlungen mit Rom nicht. Da Südtirol klein und die Impfstoff-Lieferungen nach wie zu gering sind, sei jede Zusatzhilfe aber ein klarer Schritt nach vorne.









bv