Der Präsident der Umweltkommission der Gemeinde Bozen fordert zudem, dass ein Teil des Extragewinns eingesetzt werden soll, um Energiesparmaßnahmen gezielt zu fördern. <BR /><BR />Statt in den Gemeindebüros das warme Wasser abzudrehen und in den Sportstätten die Duschen zu sperren, sollte die Gemeinde Bozen besser jenen Mehrgewinn nutzen, den die Ecocenter AG heuer erwirtschaftet. Das fordert SVP-Gemeinderat Stephan Konder, der zudem erneut darauf hinweist, dass der Müllofen endlich voll ausgelastet werden müsse.<BR /><BR />„Aufgrund der derzeit hohen Strompreise wird die Ecocenter AG, welche die Bozner Müllverwertungsanlage betreibt, in diesem Jahr hohe Gewinne erzielen“, kündigt Konder an. Dies, weil mit der Müllverbrennung in Bozen bekanntlich Strom produziert wird. <BR /><BR />Nachdem die Ecocenter AG zu 44 Prozent im Eigentum der Gemeinde und Bezirksgemeinschaft und zu 10 Prozent im Besitz des Landes Südtirol ist, würde es sich anbieten, den Mehrgewinn zur Deckung der hohen Energiekosten, die durch die Ukraine-Krise entstanden sind, zu nutzen, fordert Konder. <h3> Auch Staat will das Geld</h3>Zum heutigen Zeitpunkt sei noch nicht geklärt, ob der Extragewinn von 10 bis 12 Millionen Euro den Beteiligungsunternehmen zugute kommen oder ob sie einer anderen Bestimmung zugeführt werden. „Ecocenter hat heuer einen speziellen Reservefonds eingerichtet, da die Gefahr besteht, dass die Hälfte des Extragewinns an einen gesamtstaatlichen Fonds abgeführt werden muss“, warnt Konder. Südtirol würden dadurch wichtige Geldmittel entzogen. <BR /><BR />Konder hat deshalb einen Beschlussantrag vorbereitet, der demnächst im Gemeinderat vorgelegt werden soll. Mit diesem Beschlussantrag soll festgelegt werden, dass der Extragewinn sobald als möglich den Aktionären ausgeschüttet werden soll (die damit die Energiekosten in den nächsten Jahren decken könnten, ohne die Bürger stark zu belasten). „Außerdem sollen mit dem Antrag alle lokal gewählten politischen Vertreter dazu aufgefordert werden, sich dafür einzusetzen, dass 50 Prozent des Gewinns nicht in einen staatlichen Fonds eingezahlt werden müssen“, fordert Konder. <BR /><BR />„Weiters soll ein Teil des Fonds für die Durchführung von Maßnahmen zur Förderung von Energieeinsparungsmaßnahmen in der Stadt verwendet werden“, schließt Konder. Der Nutzen dieser Maßnahme müsse jedoch immer konkreter Natur sein. <BR /><BR /><embed id="dtext86-56512649_quote" /><BR /><BR />Generell, so betont Konder, der auch Präsident der Umweltkommission der Gemeinde ist, sei endlich darauf hinzuarbeiten, dass der Bozner Müllverbrennungsofen voll ausgelastet wird. „Das wäre ein Vorteil für alle, für Mensch, Umwelt und Brieftasche“, ist sich Konder sicher. Mit der aktuellen Müllmischung werde zwar das Gewicht schnell erreicht, nicht jedoch der Heizwert. „Somit ist die Anlage nur zu rund 90 Prozent ausgelastet“, erinnert Konder.<BR /><BR /> Es könnte mehr Hausmüll aus dem Trentino importiert werden, was mehr Stromproduktion, mehr Einnahmen aus der Abnahme von Müll und weniger Ausgaben durch den Zukauf von Gas (der für das Fernwärmenetz zusätzlich eingespeist werden muss) bedeuten würde. Die volle Auslastung des Ofens bringe also in dreifacher Hinsicht eine Ersparnis mit sich.<BR /><BR />