Laut einer vom wissenschaftlichen Institut ENEA verfassten Studie, die in der Zeitschrift „Safety in Extreme Environment“ veröffentlicht wurde, wurden die Gebiete in Italien ermittelt, die am stärksten durch extreme Wetterereignisse gefährdet sind. <b>von Micaela Taroni</b><BR /><BR />Zwischen 2003 und 2020 gab es in Italien insgesamt 378 Todesfälle, davon 321 durch Erdrutsche und Lawinen, 28 durch Stürme, 29 durch Überschwemmungen. <BR /><BR />Die Regionen mit den meisten Todesfällen und betroffenen Gemeinden waren Trentino-Südtirol (73 Tote und 44 Gemeinden), die Lombardei (55 Tote und 44 Gemeinden), Sizilien (35 Tote und 10 Gemeinden), Piemont (34 Tote und 28 Gemeinden), Venetien (29 Tote und 23 Gemeinden) und die Abruzzen (24 Tote und 12 Gemeinden), wobei auch in der Emilia-Romagna (12), in Kalabrien (10) und in Ligurien (10) eine hohe Zahl an gefährdeten Gemeinden zu verzeichnen war. <BR /><BR />Zu den Hochrisikoregionen gehört auch das Aostatal mit 8 Todesfällen, eine hohe Zahl, wenn man die Gesamtzahl der Einwohner – circa 125.000 Personen – berücksichtigt. Aus der Studie geht auch hervor, dass etwa 50 Prozent der 247 italienischen Gemeinden mit mindestens einem Todesopfer wegen extremer Wetterereignisse Bergregionen oder nicht stark besiedelte Gebiete sind. <h3> 297 männliche, 81 weibliche Opfer</h3>Gemeldet wurden 297 männliche und 81 weibliche Opfer. Der Grund für dieses Geschlechtergefälle könnte zumindest teilweise mit den unterschiedlichen Lebensstilen, den ausgeübten Tätigkeiten, den Arbeitswegen und den unterschiedlichen Zeiten, die im Freien verbracht werden, zusammenhängen, kommentierte Claudia Dalmastri, Verfasserin der Studie.<BR /><BR />In Italien sind mehr als 90 Prozent der Gemeinden und über 8 Mio. Einwohner durch extreme Wetterereignisse gefährdet, insbesondere durch Erdrutsche und Überschwemmungen. Von Jänner bis Mai 2023 traten 122 extreme Wetterereignisse auf, im Vergleich zu den 52, die im gleichen Zeitraum 2022 verzeichnet wurden, was laut Umweltschutzverband Legambiente einem Plus von 135 Prozent entspricht. Am stärksten betroffenen waren die Emilia-Romagna, Sizilien, das Piemont, das Latium, die Lombardei und die Toskana.