Der Landesmeteorologe erklärt, wie dieses extreme Gewitter zustande kommen konnte.<BR /><BR />Der meteorologische Sommer ist nun zwar zu Ende, doch noch immer ist es heiß in Südtirol. „Es ist in etwa fünf Grad wärmer, als für diese Jahreszeit üblich“, informiert Landesmeteorologe Dieter Peterlin. Zudem ist die Luftfeuchtigkeit im Land derzeit hoch. Warme und feuchte Luft liefert Gewittern viel Energie. Wird diese Luft zum Aufsteigen gebracht, können sich kräftige Gewitterwolken bilden.<BR /><BR />Damit daraus eine sogenannte Superzelle entsteht, braucht es zusätzlich eine ausgeprägte Windscherung – das bedeutet, die Windgeschwindigkeit und die Windrichtung verändern sich mit zunehmender Höhe. Beginnt der starke Aufwind dadurch innerhalb des Gewitters zu rotieren, spricht man von einer Superzelle. Diese ist deutlich mächtiger und langlebiger als ein normales Sommergewitter und kann größeren Hagel, stärkeren Regen und kräftigere Windböen hervorbringen.<BR /><BR /> <div class="embed-box"><div class="container-wrapper-genially" style="position: relative; min-height: 400px; max-width: 100%;"><img src="https://img.genial.ly/5fd380c29270490f70f47a03/f30fb79b-ab39-43a4-b16e-6acb3b0565c8.jpeg" class="loader-genially" style="position: absolute; top: 0; right: 0; bottom: 0; left: 0; margin-top: auto; margin-right: auto; margin-bottom: auto; margin-left: auto; z-index: 1;width: 80px; height: 80px;"/><div id="6a970fb82b890eb2db4fb855" class="genially-embed" style="margin: 0px auto; position: relative; height: auto; width: 100%;"></div></div><script>(function (d) { var js, id = "genially-embed-js", ref = d.getElementsByTagName("script")[0]; if (d.getElementById(id)) { return; } js = d.createElement("script"); js.id = id; js.async = true; js.src = "https://view.genially.com/static/embed/embed.js"; ref.parentNode.insertBefore(js, ref); }(document));</script></div> <h3> Superzelle wandert bis über das Gadertal</h3>Eben so eine Superzelle hat sich am Montagabend im Tiroler Kaunertal gebildet. Von dort aus zog sie der Grenze entlang in Richtung Südtirol und erreichte das Passeiertal. Ihr Weg setzte sich über das Sarntal und das Eisacktal bis ins Gadertal fort. „Dort löste sich die Superzelle allmählich wieder auf“, sagt Peterlin. Entlang der gesamten Strecke hat es stark gehagelt, weshalb es stellenweise so wirkte, als wären Landschaften und Dörfer in ein Winterkleid gehüllt worden.<BR /><BR />Besonders stark getroffen hat es den Raum um Vahrn und Brixen. Dort erreichte die Superzelle ihren Höhepunkt und entlud sich gegen 20 Uhr mit extremer Wucht. „Es hat in etwa eine halbe Stunde lang durchgehend geschauert. Teilweise fielen Hagelkörner in einer Größe von bis zu fünf Zentimetern“, betont Peterlin. <BR /><BR />Binnen 15 Minuten wurde an der Wetterstation von Vahrn eine Niederschlagsmenge von 30 Millimetern gemessen – das ist absoluter Rekord. Entsprechend groß waren die Schäden in der Landwirtschaft sowie teilweise auch an Fahrzeugen und Gebäuden. Die Feuerwehr stand im Dauereinsatz. <BR /><BR />„Superzellen in diesem Ausmaß treten in Gebieten wie der Poebene immer wieder einmal auf, doch in Südtirol sind sie höchst selten“, sagt Landesmeteorologe Peterlin abschließend. In den kommenden Tagen sinke die Gewittergefahr wieder deutlich.