Angesichts der derzeit eisigen Temperaturen, die im ganzen Land herrschen, kaum zu glauben, aber es wird wärmer in Südtirol und im gesamten Alpenraum. Und das bereits seit Jahren. Die Folge davon: Extremwetterereignisse wie Starkregen oder Stürme, aber auch anhaltende Trockenheit und Waldbrände nehmen zu.<BR /><BR />Wie sehr sich der Klimawandel aufs Land auswirkt, lasse sich aber nicht genau sagen, so Sebastian Lehner vom Zentralen Institut für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien. „Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten“, sagt er. Das hänge ganz von den verschiedenen Szenarien ab, sprich vom weiteren Temperaturanstieg in den kommenden Jahren. „Je nach Szenario sind auch die Auswirkungen des Klimawandels verschieden“, so Lehner.<h3> Extremwetterereignisse werden noch heftiger ausfallen</h3>Bereits jetzt fest steht aber, dass die Extremwetterereignisse im vergangenen Jahrzehnt deutlich zugenommen haben. Das wurde auch bei der gestrigen Tagung in Bozen deutlich. Dort wurden verschiedene Extremereignisse analysiert, die sich allein in diesem Jahr in Europa ereignet haben. „Und wir müssen damit rechnen, dass diese Ereignisse zum einen noch weiter zunehmen und zum anderen noch heftiger ausfallen als bisher“, gibt Lehner zu bedenken. <BR /><BR />Waren das Sturmtief Vaja im Oktober 2018 und einzelne lokale Starkregen also nur ein Vorgeschmack auf das, was Südtirol noch erwartet? „Wir hatten in den vergangenen Dekaden immer wieder Ereignisse, die in ihrer Dimension neu waren“, so Lehner. „Und wir müssen uns bewusst sein, dass so was immer wieder möglich ist.“ Wo damit zu rechnen ist und wie heftig solche Ereignisse ausfallen, sei unmöglich vorherzusagen. Umso wichtiger sei es, solche Extremereignisse beim Risikomanagement zu berücksichtigen. <h3> „Aktivitäten müssen intensiviert werden“</h3>Genau hier gelte es in Südtirol anzusetzen, weiß Willigis Gallmetzer, Direktor des Landeswarnzentrums. 30 Millionen Euro investiert das Land jährlich allein in Schutzbauten. Hinzu kommen noch weitere Investitionen, wie in Gefahrenzonenpläne oder ein neues Wetterradar für noch genauere Vorhersagen. Ausreichen wird das alles aber angesichts der steigenden Gefahren nicht. „Die Aktivitäten, die Land, Gemeinden und Wissenschaft bereits machen, müssen noch einmal intensiviert werden“, ist Gallmetzer überzeugt. <BR /><BR />Was Südtirol in jedem Fall noch fehlt, ist eine Strategie, wie man sich kurz- und mittelfristig auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereiten will. Eine solche soll in den kommenden 3 Jahren ausgearbeitet werden. „Das hat die Landesregierung bereits beschlossen, und im nächsten Jahr erfolgt der Auftakt zu diesem Projekt“, so Gallmetzer. Man stehe zwar recht gut da, aber es bleibe noch einiges zu tun. „Denn die eine oder andere Überraschung werden wir sicher noch erleben – und dann ist es wichtig, nicht unvorbereitet zu sein“, sagt er. <BR /><BR />In diesem Sinne gelte es, neben Raumplanung, Vorhersage und Verbauung auch einen Schwerpunkt auf die Aufklärung der Bürger zu legen. „Erste Projekte zur Risikokommunikation mit Bürgern, aber auch in Schulen haben wir bereits in diesem Jahr durchgeführt“, sagt Gallmetzer. Das soll in den kommenden Jahren weiter intensiviert werden. „Neben den Bemühungen, die Menschen auf die möglichen Gefahren und richtiges Verhalten aufmerksam zu machen, muss auch kommuniziert werden, wie man sich vorbereitet, sollte man einmal 2 oder 3 Tage von der Außenwelt abgeschnitten sein.“ Eines steht für Gallmetzer fest: „Bei solchen Extremwetterereignissen hilft nicht nur hoffen und beten, sondern es gilt, bestmöglich vorbereitet sein.“