Dienstag, 15. Mai 2018

Fachärzteausbildung wird attraktiver

Junge Ärzte sollen während ihrer Fachausbildung nicht mehr als Praktikanten, sondern als Ärzte eingestuft werden. Das wird sich spürbar auf deren Gehalt und Pension auswirken. Damit soll Südtirol im Vergleich zu anderen deutschsprachigen Ländern konkurrenzfähig werden.

Junge Ärzte in Südtirol sollen während ihrer Fachausbildung nicht mehr als Praktikanten, sondern als Ärzte eingestuft werden.
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Junge Ärzte in Südtirol sollen während ihrer Fachausbildung nicht mehr als Praktikanten, sondern als Ärzte eingestuft werden. - Foto: © shutterstock

Konkurrenzfähig ist Südtirol nämlich heute nicht. Die in Italien vorgesehene Vergütung für angehende Fachärzte ist im Vergleich zum deutschsprachigen Ausland nicht attraktiv. Deshalb lassen sich viele junge Ärzte dort ausbilden.

Fachärztemangel entgegenwirken

"In den meisten Fällen verlegen sie ihren Lebensmittelpunkt dann ins Ausland, ein Rückkehr nach Südtirol wird eher unwahrscheinlich oder erst zu einem viel späteren Zeitpunkt wieder interessant", sagt Amhof. Im Omnibusgesetz, welches der Südtiroler Landtag im Juli behandeln wird, ist deshalb eine Abänderung des entsprechenden Gesetzes vorgesehen. Ziel ist es, dem Phänomen des Fachärztemangels entgegenzuwirken. Dieses zeige sich in Südtirol nämlich noch stärker, als in anderen Ländern.

Südtirol zu wenig attraktiv

"Durch die Zweisprachigkeitspflicht und auch durch die Nähe zu Österreich und Deutschland sind wir für junge Ärzte einfach nicht attraktiv genug. Südtirols Facharztausbildungsmodell bedarf einer dringenden Überarbeitung und diese geschieht gerade.

Wenn wir im Juli die Gesetzesänderung genehmigen, werden Jungärzte künftig ein höheres Gehalt beziehen, ihre Ausbildungsjahre werden ihnen als Pensionsjahre angerechnet werden und sie werden für die Dauer ihrer Ausbildung befristete Verträge erhalten. Zudem ist während dieser Zeit eine Begleitung durch ein Tutor geplant, was für die Ausbildung selbst einen großen Mehrwert darstellt. Ebenso wird - im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf - die Teilzeitarbeit von 12 auf 36 Monate angehoben werden.

„Unsere Leute zurückholen“

"Wir müssen die Qualität unseres Gesundheitssystems aufrecht erhalten und dazu gehören gut ausgebildete Fachärzte. Schaffen wir die nötigen Voraussetzungen und holen wir uns unsere Leute wieder zurück", so Amhof.

stol

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