Der neue Suchtplan stützt sich auf drei Bereiche, die ineinander greifen: Prävention, Therapie und Rehabilitation sowie soziale Maßnahmen.„In den Fachplan für Suchterkrankungen sind die Erfahrungen der gesamten Suchtarbeit in Südtirol sowie Erkenntnisse der staatlichen und internationalen Suchtarbeit eingeflossen", so Landesrat Richard Theiner.Der Plan sei in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Menschen mit Behinderungen und dem Landesamt für Gesundheitssprengel sowie mit drei Arbeitsgruppen, bestehend aus Experten von öffentlichen und privaten Einrichtungen im Suchtbereich, ausgearbeitet worden. Walter Lorenz, Rektor der Freien Universität Bozen, begleitete die Arbeit in wissenschaftlicher Hinsicht.Im Bereich der Prävention setzt man auf langfristige Maßnahmen, die direkt und indirekt auf ein gesundheitsförderndes Verhalten abzielen: Sensibilisierungsmaßnahmen zum Alkohol- und Tabakkonsum, aber auch Initiativen, die zwar nicht unmittelbar mit Suchterkrankungen zu tun haben, aber das Risiko erhöhen, wie etwa ein vorzeitiger Schulabbruch. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Sicherheit im Straßenverkehr und auf den Skipisten. Auch das Thema Glückspiel wird im Fachplan behandelt: Durch eine Querfinanzierung über die Einnahmen aus dem Glückspiel soll die Vorbeugung in diesem Bereich ausgebaut werden, u.a. durch die Förderung von Selbsthilfegruppen und einer landesweiten Kampagne.Der zweite Schwerpunkt im Kampf gegen Suchterkrankungen liegt auf der Therapie und Rehabilitation. Das vorhandene Netz an Rehabilitationsmöglichkeiten soll weiter gestärkt werden. Außerdem sind neue Maßnahmen geplant, wie ein angemessener stationärer Entzug für Medikamentenabhängige oder die Behandlung von Spielsüchtigen.Flankiert werden die beiden Schwerpunkte von sozialen Maßnahmen, um den Betroffenen eine berufliche und gesellschaftliche Wiedereingliederung zu erleichtern. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Sozialgenossenschaften, die Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen beschäftigen. Der Plan enthält auch ein flächendeckendes Streetwork-Angebot, mehr Notschlafstellen und betreute Wohnformen sowie Projekte zur sinnvollen Freizeitgestaltung und die Förderung des Ehrenamtes.