Montag, 14. November 2016

Fahrdienstleiter von Aibling: „Kacke ist jetzt richtig am Dampfen“

Der Fahrdienstleiter von Bad Aibling, der ein Zugunglück mit 12 Toten ausgelöst haben soll, hat das Ausmaß der Katastrophe laut einer Zeugenaussage recht schnell erkannt. Der 40-Jährige soll kurz nach 7.00 Uhr zu einem anderen Bahnmitarbeiter am Telefon gesagt haben: „Die Kacke ist jetzt richtig am Dampfen.“ Das sagte ein Kollege des Angeklagten am Montag im Prozess beim Landgericht Traunstein.

Der angeklagte Fahrdienstleiter muss sich wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten.
Der angeklagte Fahrdienstleiter muss sich wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten. - Foto: © APA/AFP

Beim Zusammenstoß von zwei Zügen am Faschingsdienstag um 6.47 Uhr waren 12 Menschen ums Leben gekommen und 89 teils lebensgefährlich verletzt worden. Der angeklagte Fahrdienstleiter muss sich wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

Er hatte zu Prozessbeginn gestanden, an dem Februartag die Nahverkehrszüge durch Setzen eines Sondersignals gleichzeitig auf die eingleisige Strecke geschickt zu haben. Zudem gab er zu, verbotenerweise im Dienst auf seinem Smartphone gespielt zu haben.

Für Montag waren am Landgericht Traunstein mehrere Zeugen geladen. Entgegen der Ankündigung des Gerichts war die Zeugenbefragung des Mitarbeiters jener Firma, von der das Fantasy-Spiel „Dungeon Hunter 5“ stammt, an dem Verhandlungstag nicht vorgesehen

dpa

stol